Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1926766
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1930409
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
127 
132: 
127 
Unäekannier Älelslef, Griechisrlzß Kunst der l. Ißiwe 
des  jrzzlzrlz. v. Clzr. Marnwräilxle des Zenon. 
Der griechische Philosoph (Bezeichnung ZHNQN am 
unteren Rande unverdächtig) in höheren Jahren, mit gefurchter 
Stirne, tiefliegenden Augen und vollem Bart dargestellt, ist 
wohl nicht jener Zenon von Elea, Schüler des Parmenides, 
der zu Ende des V. Jahrh. in einer Verschwörung gegen den 
Tyrannen Nearchos (Diomedon) von Elea das Leben verlor, 
sondern der aus Kition in Cypern stammende Zenon, im 
V. auf das IV. ]a.hrh. Lehrer der Stoa in Athen und Begründer 
der stoischen Schule. Im Museo nazionale zu Neapel. 
Von einer Herme entnommene Marmorbüste. Lebensgross. 
dem langen Kleide deutet auf eine Verkündigung und scheint 
in den Händen (der linke Vorderarm fehlt) Lilie und Stab 
gehalten zu haben. Pfeilerfigur des linksseitigen Portals der 
WVestfassade der Kathedrale zu Reims. 
Kalkstein. 3,40 m hoch. 
1 30 
Nzkgglb Pisano, f 1278. T oxkanixrhc Kunst. Die Käwuzigung. 
128 
AVCÄZZQOS U07"! P 72.8126. l. yalzrlz. v. Clzr. [fleinariatisrbe 
Kunst. Die Apotlzeose du Hmlzer. 
Im unteren Streifen des dreiteiligen Reliefs befindet sich 
die Hgurenreiche Verherrlichung des Dichters, bei welcher 
sämtliche Beteiligte durch daruntergesetzte Namen bezeichnet 
sind. Der göttliche Sänger, die Linke als Gott auf ein 
Scepter stützend, in der Rechten eine Rolle haltend, sitzt auf 
einem Thron, zu dessen Füssen beiderseits die allegorischen 
Gestalten seiner Epen kauern, die Ilias mit dem Schwerte 
vorn, die Odyssee, einen SchiHschnabel emporhaltend, an der 
abgewandten Seite des Thrones; der Frosch und die Maus 
am Schemel deuten auf die Batrachomyomachie. Hinter 
Homer stehen Oikumene, die bewohnte Erde, und Chronos, 
die Ewigkeit, jene den Dichter bckränzend, dieser die un- 
vergänglichen Gedichte emporhaltend. Zwischen Homer und 
dem Altar steht Mythos als Opferknabe, hinter dem Altar 
harrt der Opferstier. In die Opfertiamme streut zunächst 
Histuria WVeihrauch, ihr folgt Epopöe mit erhobenen Fackeln, 
dann die Tragödie und Komödie mit huldigend erhobenen 
Rechten und schliesslich die gedrängte _Gruppe der kindlich 
dargestellten Physis, der Arete, der Mneme, Pistis und Sophia 
(Natur, Treff lichkeit, Erinnerung. Treue und Weisheit). Im 
zweiten Abschnitt steht Apollon als Kitharöde in einer Grotte 
(korykische Grotte des Parnass), zu seinen Füssen Omphalos, 
Köcher und Bogen, neben ihm rechts steht eine Priesterin mit 
einer Schale. Links lauscht Polyhymnia, während weiterhin 
Urania die Hand auf den Globus legt, und Terpsichore 
sitzend die Leier hält. In der Reihe darüber folgen die 
sechs weiteren Musen von links beginnend Kalliope mit dem 
Täfelchen, Klio mit der Rolle, Erato mit der kleinen Leier, 
Euterpe mit der Doppelflöte, Melpomene emporblickend, 
'I'erpsichore tanzend, Ueber allen thront Zeus, unter Thalia 
aber steht ein Mann mit einem Tripod auf der Schulter, 
wohl ein Dichter, der, wie Goethe annimmt, zu Ehren Homers 
einen Preis gewonnen. Unter Zeus' Thron nennt eine In- 
schrift den Archelaos des Apollonios Sohn von Priene als den 
Schöpfer des XVerks. Die Reliefplatte wurde im XVILjahrh. 
bei Bovillae gefunden. Ietzt im Britischen Museum zu London. 
Marmor. 
Die Anordnung erscheint ähnlich wie an dem von der 
vorliegenden Komposition abhängigen Relief des Sohnes 
unseres Meisters an der Kanzel in S. Andrea zu Pistoja, 
welches wir in Nr. 123 gegeben haben, mit Ausnahme der 
hier fehlenden Schächer; wie dort befindet sich links die 
ohnmächtige lilaria mit Johannes und den h. Frauen, rechts 
der Zeugnis gebende Hauptmann und die judengruppe. Vierte 
von den fünf Brüstungstafeln der Kanzel des Baptisteriums 
zu Pisa, von welchen in Nr. 51 die Darstellung im Tempel 
und in Nr. I06 die Anbetung der Könige bereits geliefert 
worden sind. Vgl. die bereits gegebenen Erläuterungen mit 
der Vignette der ganzen Kanzel. 
Carrarischer Marmor. 
l 31 
Nmmi (Gzbvannz) dßälnlonio di Baum, f 142a. 
Florentinisrlze Kunst. Gruppe von 215er lüilzlgen. 
Es sind Statuen der vier Märtyrer der diokletianischen 
Verfolgung: Claudius, N ieostratus, Symphorianus und Castorius, 
welche im Auftrag der vereinigten Ilorentinischen Zünfte der 
Schmiede, Holzschneider und Maurer im Gegensatze zu den 
Einzelstatuen der übrigen Nischen von Orsanmichele hier in 
einer Gruppe zur Darstellung gelangten. Die Figuren sind fast 
gänzlich in Mäntel gehüllt und entbehren jeglichen Attributs. 
Nanni di Banco zeigt hier schon eine entschiedene An- 
näherung an Donatello, während der von 1507 stammende 
Lueas der Art seines Lehrers Niccolö d'Arezzo wie jener 
des Ghiberti noch näher steht. Auf dem Sockel der Nische 
befindet sich ein Relief mit der Darstellung der Thätigkeiten 
in einer Bauhütte. Am Aeusseren von Orsanmichele zu Florenz. 
Carrarischer Marmor. Lebensgross. 
132 
Unöekannler Bildsclznilzer vom Ende des 
X  Fränkische Schule. Sclzreizzjigurelz de: 
Alfarwcrks der Pfarrkirzlze zum 1Yers6rzzck. 
x 2 g 
(fnöelzannter Meister des XII]. Yalwlz. Franzömvlze 
lfulul. Engelstatuz. 
Der Engel mit gesenktem Haupte und lächelndem Antlitz, 
ausgebreiteten Flügeln und einem vorn geschlossenen Mantel über 
Von den fünf Figuren stellt die mittlere Maria mit dem 
Kinde auf der Mondsichel stehend dar, Während die übrigen 
die Kirchenlehrer geben, links Gregorius, rechts Hieronymus, 
während die beiden Bischöfe, Augustinus und Ainbrosius, bei 
mangelnden persönlichen Attributen nicht mit voller Sichere 
heit zu unterscheiden sind. An den die Nischen trennenden 
Pfeilern befinden sich vier kleine Prophetengestalten unter 
Baldachinen. Die Skulpturen stehen den bekanntlich dem 
YVohlgemut zugeschriebenen Malereien des Altarwerks an 
künstlerischem Werte keineswegs nach. Hochaltar der Pfarr- 
kirche von Hersbruck. 
Holz. Fast lebensgrosse Figuren. 
Skuljtzlrvnsclzalz I. Bund;
        

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