Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1926766
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1927625
ERLÄU TERUN GEN 
ZU 
121 
7 
Unöekannter Jlleisler. 1. 7llllfll. n. Chr. 
was. Bronzestalue des sitzenden Hernzes. 
flcllenis- 
Räuzixcher 
IO 
[Weiden Ende de: 
ei Bildnissmtuen. 
Unöekannter j 
Schule. Drei 
F ranzii. 
Auf einem Felsblock (modern) sitzt ausruhend Hermes, 
die Rechte auf den Sitz gestützt, den linken Arm auf das Knie 
des eingezogenen linken Beines legend, während das rechte 
Bein lässig vorgestreckt und der Rücken leicht gekrümmt 
ist. Gesicht und Augen sind etwas gesenkt. jedoch erst in 
weiterer Entfernung auf den Boden blickend, der Mund ist 
zum gesteigerten Atemholen geöFfnet. Die Flügelschuhe lassen 
über die Bedeutung des Bildwerks keinen Zweifel. Nach 
einem griechischen Motiv aus der Schule des Lysippos. Aus 
llerculaneum. Im Museo Nazionale zu Neapel. 
0,92 m hoch. 
8 
Unäekannler jllgzlyler, 11. Yahrlz. 11. Clzr. I1. Pergarzzenisclze 
Sclzule. Marmnrleopf des sog. sterbenden Alexander. 
Das lockenumwallte, unbärtige Haupt, mit dem klagenden 
Ausdruck des Erliegeus nach oben gerichtet und zugleich 
gegen die rechte Schulter geneigt, ist das Bruchstück einer 
ganzen Figur. Die auf einer entfernten Aehnlichkeit mit der 
angeblichen Alexanderbüste des capitolinischen Museums wie 
mit dem Kopf der Alexanderstatue der Münchener Glyptothek 
beruhende Identifizierung mit dem grossen König von Mace- 
donien ist durch die Entdeckung des pergamenischen Altars 
gänzlich hinfällig geworden. Denn der Vergleich mit den 
Reliefs jenes Altars setzt nicht bloss die Provenienz unseres 
Kopfes, sondern auch den Umstand ausser Zweifel, dass der- 
selbe zu einer Gigantenßgur einer Kampfgruppe gehörte. 
Ergänzt ist ein Teil des Hinterkopfes, die Nase, und die 
untere Hälfte des Halses samt der Büste. (Vgl. C. Friederichs- 
P. Wolters, die Gipsabgüsse antiker Bildwerke in Berlin. 1885 
N0. 1417. Phot. Brunn-Bruckmann, Denkmäler gr. u. röm. 
Skulptur N0. 264.) In den Uffrzien zu Florenz. 
Ueberlebensgross. 
9 
Andrea Pzigano. f 1345. Flarentiner Schule. [Vlarrnarreliqfk 
der Sclzgfalzrt und der Azkerbaues. 
Die männliche Gestalt mit der Krone auf dem jugendlichen 
Haupt trägt einen antikisierend drapierten, an der rechten 
Schulter mit einer Agraffc geschlossenen Mantel über dem 
langen Unterkleid, und in der Linken das nur noch im untern 
Ansatze erhaltene Scepter. Die Bezeichnung als Karl V. von 
Frankreich  1380), nicht ganz mit den Miniaturbildnissen 
dieses Königs stimmend, ist lediglich traditionell. Dasselbe 
gilt von der grösseren der beiden weiblichen Gestalten, an- 
geblich Jeanne de Bourbon, Gemahlin Karl V,  1377), 
Sie erscheint im Zeitkostüm, die Lilienkrone auf dem netza 
urnhüllten Haar und einen casulaartigen Ueberwurf über 
dem langen Gewand, das an den Hüften ein Prachtgürtel 
urnschliesst, während ein Band mit Kleinoden von der Brust 
bis zum Unterleib herabfällt. Die Rechte hält einen stilisierten 
Lilienzweig, die Linke scheint ein Scepter getragen zu haben. 
Die zwischen dem königlichen Paare stehende kleinere weib- 
liche Gestalt, mit einer Krone ohne Zacken geschmückt, aber 
der Königin ganz ähnlich gekleidet, soll jeannc d'Armagnac, 
Gemahlin des Herzogs Jean de Berry  1337), darstellen. 
Die drei lebensgrossen Steinstatuen schmücken den Kamin 
der grossen Halle des Palastes der Herzoge von Berry, jetzt 
Salle de Pas perdus des Justizpalastes in Poitiers. 
I I 
Andrea de! Vewowlzia 1435-1488. Florentinisrlia Srlmlc. 
Knabe mit dem Deßhin. Bronzene Brwnnenjigur. 
Ein geflügelter Kindergenius, bis auf ein schärpenartiges 
Gewandstück nackt, scheint auf das Brunnenpostament herab- 
zuschweben. einen zappelnden, als Wasserspeier dienenden 
Delphin fest in beiden Händen haltend. Um 1476 im Auf- 
trag des Lorenzo Magnilico als Brunnenfigur für Villa Careggi 
gegossen, wurde das Werk durch Cosimo I. 1555 in den 
Hof des Palazzo vecchio übergeführt. Der aus dieser Zeit 
stammende Untersatz mit der Brunnenschale wurde nach einer 
Zeichnung von Vasari durch Francesco Tadda hergestellt. 
Lebensgrosse Figur. (Vgl. C. F. v. Rumohr. Italienische 
Forschungen II. 1827. S. 303.) 
I 2 
Ein Nachen wird von drei Männern nach rechts vor- 
wiirts bewegt. Zwei Männer im Leibrock handhaben 
nebeneinander die Ruder, ein bärtiger langhaariger Mann 
am Schiffshinterteil sitzend, scheint das Steuer zu führen. 
Das Wasser ist oben in ruhiger Strömung, im Vordergrunde 
in reicherem Wellenschlag (largestellt. Der Grund ist 
rauh bearbeitet.  Ein bärtiger Mann mit kurzer über 
die linke Schulter herabfallender Tunika führt den Pliug, 
dessen Handhabe er mit dem kräftigen rechten Arm leitet, 
während er mit dem linken Fuss die PHugschar in die Erde 
tritt. Den linken Arm streckt er vor, um das Gespann von 
zwei Rindern zu Stacheln, welches mit sichtlieher Anstrengung 
zieht. Dahinter eine weibliche Gestalt, ängstlich nach den 
Tieren urnblickend und die Linke erhebend. Neben ihr 
ein Baum in der Mitte, sonst rauher Grund.  Von den sechs- 
seitigen Reliefs an dem in seinen unteren Teilen seit 1334 
von Giotto ausgeführten Campanile der Kathedrale von Santa 
Maria del Fiore in Florenz, welchen Bau nach Giottds Tode 
Andrea Pisano, und nach dem baldigen Rücktritt dieses 
Francesco di Talente fortsetzte. Den Reliefs lagen wahr- 
scheinlich Zeichnungen Giottds zu Grunde. 
Peter Visclzer. Geb. nach 145a, f 1529. Aürnberger Schule. 
Branzestatue des Könige: Arthur. 
Der sagenumwobene König Arthur von England ist in 
Phantasierüstung im Charakter des I5. Jahrh. dargestellt; 
mit gekröntern geöffneten Visierhelm, reichverziertem Harnisch 
über dem Panzerhemd, über Armen, Beinen und Füssen, 
reichem I-Ialsschmuck und Schwertgehenk, die Linke am 
Schwertgriff, die Rechte gesenkt. Wendung nach links, Auf 
einer Tafel an der Plinthe der Name des Dargestellten und 
1513. Die Urheberschaft Vischers ist zwar nicht völlig 
gesichert, da aber Vischer 15x3 iooo H. für 12 groggg 
messene Pillderx aus des Kaisers Kasse erhielt und der 
Nürnberger Gesandte Kasper Nützel I 513 über die Ausführung 
berichtet, besteht darüber kaum ein Zweifel. Zu den um 
die Tumba des Kaisers Maximilian I. in der Hofkirche zu 
Innsbruck gehörigen Bronzeslatuen gehörig, von welchen 
die Mehrzahl der übrigen nach den Entwürfen des Augsburger 
Malers Gilg Sesslschreiber von anderen Händen ausgeführt 
worden ist. Hof-(Franziskanep) Kirche zu Innsbruck. 
Ueberlebensgrosse Bronzeligur.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.