Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1926766
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1929427
ERLÄUTERUNGEN 
ZU 
'90 3 
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LjISZIßßOS. Sikyazzilvrlz-g'ricrhiscbe Jfunst der 11. Hälfte des 
IV. yakrlz. v. Chr. Der Apoxyozzzenos. Marmorlaopie des 
Bnnzzeorzginals. 
Der dem athletischen Genre angehörige Apoxyomenos 
stellt einen Jüngling dar, welcher nach dem Ringkampf mit 
dem Strigilis die Haut von Salböl und Bestäubsand reinigt. 
Bekanntlich ist die Statue als Demonstration der lysippischen 
Körperproportionen den polykletischen gegenüber von 
Wichtigkeit; denn sie zeigt, wie der Künstler seine Gestalten 
dadurch, dass er die Köpfe (wie auch Hände und Füsse) 
verhältnismässig kleiner bildete, zu grösserer Schlankheit 
und zu einer Erscheinung brachte, welche über das that- 
 sächliche Verhältnis hinausgeht. (Plin. N. H. XXXIV., 
61 und 37). Diese Proportionsänderung aber wusste der 
Meister mit einer Geschmeidigkeit, Elasticität und Freiheit zu 
verbinden, welche Polyklets festgefügten Gestalten völlig und 
selbst noch zum Teil jenen des Skopas fehlt. Das Bronze- 
original war von Agrippa nach Rom gebracht und vor dem 
Eingang zu seinen Thermen aufgestellt worden. Die gute 
Marmorkopie wurde 1849 von Canina. bei den Ausgrabungen 
eines antiken Hauses der Vicolo delle Palme in Trastevere 
gefunden und gelangte in den Braccio nuovo des Vatikan. 
Marmor. 2,08 m hoch (ohne Plinthe). 
rechtsseitige Laibung schmückenden Figuren unserer Tafel 
stellen, wie dort in der Reihe von aussen nach innen auf- 
gezählt Aaron, Ecclesia  David und Johan nes Evangelista 
dar. Vergl. im übrigen die Texte zu den vorgenannten 
Abbildungen. 
Steinstatuen. Unierlebensgross. 
88 
Unäekannler Mejsier, ßä-anzüsisrlz; Kunstde: XII]. yalu-lz. 
Reliqfdarsfellung einer Szene aus dem jüngsten Gerirlzt. 
Schon Tafel 68 brachte ein Stück des gotischen, das 
Jüngste Gericht darstellenden Portaltympanons mit dem die 
guten und bösen Thaten wägenden Engel des Gerichts Das 
vorliegende Stück giebt die rechte Seite mit der Ueberant- 
wortung der Verdammten an die Höllenqualen. Vom Mittel- 
portal der Weslfassade der Kathedrale von Bourges. 
Steinrelief. Kleine Figuren. 
89  
Unßekannle? jlfezkter, Französische Kunst des X V1. falzrk. 
Statue der Muiler Anna mit ihrer T achter Maria. 
 es 
Unöekavmler Melkllßf. Ränzirclzc Kunst des]. Yalzrh. n. C111". 
Büsia einer Röruerr au: der Familie der Licinier. 
Der bartlose Kopf des alternden Mannes mit dem schlichten 
Ilaar, der Einsenkung an der Nasenwurzel, dem gepressten 
Mund und dem vorstehenden Kinn hat allerdings einige 
Aehnlichkeit mit jenem des Agrippa, mit welchem er identi- 
ficiert worden ist. Da aber die Büste aus dem Grabmale 
der Licinier stammt, darf doch mit einiger Sicherheit ge- 
schlossen werden, dass dies Bildnis ein Mitglied dieser 
Familie darstellt. In der Glyptothek Ny-Carlsberg zu Kopen- 
hegen. 
Marmor. 0,85 m hoch. 
37 
Unäekannier Mezster, Deutxzhe Kunst des X11]. Yalzrlz. 
Statuen der rechten Seite der sag. Galdenm Pfarte am Dom 
zu Freiberg in Srzclmm. 
Wir haben in Tafel 75 das Tympanon und in Tafel 82 die 
Figuren der linksseitigen Portallaibung der in den ersten Jahr- 
zehnten des XIII. Jahrhunderts entstandenen xGoldenen 
Pforte: gegeben. Die den letzteren gegenüberstehenden, die 
Mutter Anna, in mehr klösterlicher als matronaler Tracht und 
in bildnisartiger Jugendlichkeit aufgefasst, berührt mit der 
Rechten die Schulter der vor ihr stehenden etwa sechsjährigen 
und wohl auch als Porträt beabsichtigten Tochter, welche die 
Rechte auf die Brust legt und mit der Linken eine Falte 
des Mantels der Mutter fasst. Kathedrale von Bordeaux, 
Steinstatue. 1,12 m hoch. 
QO 
Ändfezl de! VZVVOCCÄÄO, 1435-1488. fYorentinzlvclzc Kunst. 
Bärte mies Giuliano de' Mediri. 
Der Dargestellte ist der 1453 geborene, 1478 gestorbene 
Bruder des Lorenzo il Magnifico, und Vater jenes Giulio, der 
1523 als Clemens VII. den päpstlichen Stuhl bestieg. Denn 
Giuliano Herzog von Nemours, der dritte Sohn des Lorenzo 
il Magnifico, war bei Verrocchios Tode kaum I5 Jahre alt, 
und erscheint auch auf der Bildnisstatue Michelangelos an 
den Mediceergräbern von S. Lorenzo in Florenz selbst unter 
Annahme starker Idealisierung durch Buonarroti in den Zügen 
doch allzuabweichend. Der hochmütig getragene, unbärtige 
Kopf mit der Adlernase und dem langen, in der Mitte ge- 
scheitelten Lockenhaar hcbt sich aus reichem, auf der Brust 
mit einem geflügelten Gorgoneion geschmückten Panzer. In 
der Sammlung Dreyfus in Paris. 
lfnbemalter Thon. Lebensgross.
        

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