Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1926766
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1929001
ERLÄUTERUN GEN 
ZU 
674 
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jllgnglaas, Ende des I. Yalzrlmnderrs v. Chr. Römische Kunst. 
Gruppe des Abschieds eine: Solmes von der Multer. 
Der gegebene Titel des Werkes, das gewöhnlich die 
)GTUPPC des Menelaoscr heisst, entspricht jedenfalls der dar- 
gestellten Situation, wie dem Grösseuverhältnis der Figuren. 
Deshalb scheint uns auch unter den vorgeschlagenen Deutungen 
des Gegenstandes wie vElektra und Urestesc, wMerope und 
Kresphontesx, vAithra und Theseusa, wPenelope und Tele- 
machosc die letztere am ansprechendsten, obwohl auch dieSe 
sich nicht näher begründen lässt. Es scheint sogar wahr- 
scheinlich, dass das XVerk auf ein attisches Grabrelief des 
IV. Jahrhunderts v. Chr. zurückgeht, und dass die Gruppe 
selbst als Schmuck eines römischen Grabmals diente. Die 
 Bezeichnung als Werk des Menelaos, des Schülers des 
Stephanos, widerspricht jedenfalls der früheren Annahme, 
welche auf Grund einer bezeichneten Statue der Villa Albani 
wie der sog. Orestes und Pylades-Gruppen in Neapel und 
Paris den Stephanos wie dessen Lehrer Pasiteles und die 
ganze Schule unter dem speziellen EinHuss Polygnots stehend 
dachte. Festzuhalten ist jedoch die kopistische Richtung der 
ganzen Künstlergruppe nach hellenischen Werken. Museo 
Boncompagni in Rom. 
Marmor. 2 m hoch. 
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Unöekannier Meister des XII]. Yakrkzmderts. 
Französische Ifunst. Reliefdarstallung einer Szene aus dem 
jüngsten Gericht. 
Der Engel des Gerichts steht mit der Wage in der 
Rechten in der Mitte und schützt mit der Linken eine in 
Kindesgestalt dargestellte Seele vor dem Satan. Rechts wird 
ein Geizhals durch den Satan zur Hölle abgeführt, links eine 
Seele von Engeln ins Paradies getragen. Vom Haupt-(Mittel) 
Portal der Westfassade der Kathedrale von Bourges. 
Steinrelief. Unterlebensgross. 
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065221767 2b da Sßlillllgfldüü. 1428-1464. Florentinisrlze 
Kunst. Büste einer Prinzessin von warm. 
Die Bestimmung der Büste als die einer der vielen Töchter 
des Herzogs Federigo da Montefeltre in Urbino beruht auf 
der Herkunft dieses Werkes wie eines anderen realistischen  
Mädchenbildnisses (jetzt gleichfalls in Berlin) aus Urbino. 
Sicherer ist die Zuweisung des individuell realistischen, an- 
mutig naiven und doch selbstbewussten Mädchenbildnisses an 
Meister Desiderio, mit dessen Marmorbüste der Marietta 
Strozzi im Palazzo Strozzi und in der Berliner Sammlung es 
augenscheinlich kunst- und auffassungsverwandt ist, Auch die 
Entstehungszeit beider dürfte kaum wesentlich differieren, da. 
Desiderio nur ein Alter von 36 Jahren erreichte und dessen 
überaus fruchtbare Thätigkeit sich auf wenig mehr als ein 
Jahrzehnt zusammendrängt K. Museum in Berlin. 
Kalkstein. Unterlebensgross. 
70171 
fllzelzelangelo Buonarroli 147;_1;o4. [dlorcnfiner Kunst. 
Kalossalslatue des David. 
Die weltbekannte Gigantenfigur war schon vor Michel- 
angelos Geburt geplant und in Angriff genommen, denn 
schon 1463 war der gewaltige Marmorblock dem Agostino 
d'Antonio di Duccio übergeben worden, um daraus einen 
xPropheten oder Davidx zu bilden, welcher mit einem bereits 
aus vier Stücken gearbeiteten Gegenstück (verschollen) ein 
paar Strebepfeiler des Domes zu Florenz bekrönen sollte. 
Allein da Agostino die Arbeit dem Bartolommeo di Piero 
aus Settignano überlassen. hatte die Domverwaltung 1466 
Anlass genommen, den Vertra zu lösen, und der bereits 
etwas verhauene Block blieb bis äSOI liegen. Am XÖ. August 
dieses Jahres erhielt Michelangelo den Auftrag, das Werk 
auszuführen, wobei es selbstverständlich weniger der Di- 
mensionen als der 
Vorarbeit des Bar-     
toloinmeo wegen  Ä  
nicht an mancher-    4x  
lei Zwang fehlte.  Q1"     "E; 
 Wie sich Michel-  ä    
angelo derAufgabe    
entledigte, ist be-    
kannt. Die Be-  t  
friedigung darüber  i";   
brachte die ur-      lyßfßr, 
sprüngliche Be-   z      
stimmung der rie-   o IT"   
sigen Jünglingsge-    1b  e V   
stalt zu Fall, und  "    q    
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esetzten Kommis-  "        f, 
gion, ob das Werk         
Eingang zum Sig-      
norenpalast aufge-      
stellt werden sollte,     t 
wurde zu Gunsten       
desleÄztedrenPlatäes    i    
die 1495 dort auf-       
gestelltejudith Do-        
nzitellos weichen     
urc ie eit     p  ff: ig; 
Entschluss, den  Üf  dj  " 
180 Ztr. schweren    1' 
Koloss in die Aka-         
tragen. Die bei-        
stehende Vignette "  
giebt die Seitenan-    M" 1 f":  
ächt (des Werkes. MICHELANGELO. David. Sefleuansiclzt. 
arrarischer Mar- 
mor. 
7 Z 
Schule des Tilman Riemenscknezder. Ende 11g.- 
X V. Yalzrhunderts. Deutsch: lfzmsl. flolzstaluezz der lz. Bar- 
bara, des Yakanne: E21. und zier lz. Elisabeth. 
Die h. Bärbara, nach Essenwein, Katalog der im German, 
Museum be ndlichen Originzilskulpturen, Nüi-nber I8 o. 
Nr. 339, als unter dem Einfluss des T. Riemensähneider 
entstanden bezeichnet, trägt den Kelch in der Rechten.  
Der durch das an den Gürtel gehängte Buchfutteral als der 
Evangelist charakterisierte Johannes, nach Essenwein (Nr, 340) 
an Arbeiten Riemenschneiders erinneriid, weist durch Haltung 
und Geberde, nämlich durch die ineinander gepressten Hände 
und den emporgerichteten Kopf auf eine Kreuzigungsgruppe, 
Herkunft wie bei der Statue der Barbara unbekannt.  Die 
h Elisabeth, nach Essenwein (Nr. 338), wohl dem Riemeii- 
schneider selbst zuzuschreiben, kam sehr beschädigt 1874 
als Geschenk des Bildhauers Scharold in Würzburg an das 
Germanische Museum, wo durch die Bildhauer Stärk und 
Längenfelder die Hände und die Attribute (Kanne wie 
Brod- und Früchteschüssel) ergänzt wurden. 
E1. Piüllli 136arbar2111 98 cm hoch, Johannes 69 cm hoch, 
isa et I3 cm och. 
Skulßturezzschafz l. Band;
        

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