Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Klassischer Skulpturenschatz
Person:
Reber, Franz/von Bayersdorfer, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1926766
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1928867
ERLÄUTERUN GEN 
ZU 
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llleisfer aus der Schule des Skopas. 11. Hälfte des 
IV. yalzrlz. v. Clzr. Griechische Ähnst. Siiulenrelzkf 2mm 
Artemistempel zu Ejrlzesos. 
Die hier sichtbare Seite eines Marmorcylinders zeigt drei 
Figuren, eine geflügelte Iiinglingsgestalt mit dem Schwert an 
 der Seite, eine stehende bekleidete Frau und eine männliche 
Gestalt mit dem Caduceus, von den übrigen fünf Gestalten 
der Rückseite des Cylinders ist noch eine sitzende Figur und 
eine Frau im wesentlichen kenntlich. Obwohl Hermes durch das 
Attribut zweifellos, dürfte der Gegenstand doch kaum das Urteil 
des Paris sein (Benndorf, Bull. d. comm. arch. 1886 p. 54) 
und noch weniger die Vorführung der Musen durch Hermes 
vor Apollon  Curtius, Arch. Zeitung 1872 S. 72) sondern 
wahrscheinlicher die Rückführung der Alkestis zu Admet 
durch Hermes, wobei die geflügelte Gestalt Thanatos und 
die zwei erkennbaren Figuren der Rückseite Hades und Per! 
sephone wären (C. Robert, Thanatos. Berl. 1879 S. 40  
Der Marmorcylinder gehörte als unterste auf einen gleichfalls 
relielierten, rechtwinkligen Sockel gestellte Säulentrommel 
zu jenen 36 vcolumnae caelatac, von welchen eine nach Plin. 
N. H. XXXVI. I4. 95 ihren plastischen Schmuck durch 
Skopas erhalten hatte. Die Herstellung dieser Säulen, bei 
welcher man wohl dem archaischen Vorgang des älteren, 356 
durch Horostatos' Frevel abgebrannten Tempels (Ueberreste 
im brit. Museum) folgte, fällt sicher in die Zeit des Wieder- 
aufbaues bis 323 v. Chr. Doch dürfte die Rekonstruktion 
der Säule (Collignon, Hist. de la sculpt. gr. II. p. 388 fig. 205) 
insofern nicht zu billigen sein, als dem kannelierten Schafte 
soviel an Höhe genommen sein musste, als die beiden re- 
liefierten Teile hoch waren. (Wood, Discoveries at Ephesus 
including the site and remains of the great temple of Diana. 
Lond. 1877.) British Museum, London. 
Marmor. 1,70 m hoch, 1,40 m im Durchmesser. 
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ßlezster aus dem Kreise des Lyszppos. Ende des 
IV. Yalzrli. w. Clzr, Grieelziszlle Ifunst. Bmnzestafue einer 
betenden Knallen. 
Der etwa I4jährige nackte Knabe, stehend, erhebt Haupt 
und Arme (letztere zum Teil ergänzt) im Gebet zum Himmel. 
Proportionen wie Haupt- und Haarbildung stimmen mit den 
lysippischen überein. Da nun Plinius N. H. XXXIV 36 
kurz berichtet wBoedas adorantemi (fecit), so liegt es nahe, 
den vAdorantec mit dem Werk dieses Sohnes des Lysipp zu 
indentilizieren, was jedoch nicht über eine gewisse Wahr- 
scheinlichkeit hinausgeht. Angeblich im Tiber gefunden, 1586 
aber mit der Sammlung des Patriarchen von Aquileja nach 
Venedig gebracht, kam die Statue zu Ende des I7. Jahrh. 
in den Besitz Fouquets, X717 an den Prinzen von Savoyen, 
dann zu Fürst Liechtenstein und von diesem an Friedrich 
den Grossen, welcher sie auf der Terrasse von Sanssouci auf- 
stellte. K. Museen zu Berlin. 
Bronze. 1,28 m hoch. 
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Gzbmznni Pzlgano, f narlz 1328. Tbskanische lfunst. Marmor- 
reliqf der Geburt Christi. 
Die Darstellung giebt links die Verkündigung, während 
in der Mitte Maria vor dem in einer Grotte in der Krippe 
befindlichen Kinde liegt, über welches sich die beiden Tiere 
beugen. Darüber vier Engel und daneben rechts die Hirten, 
die Botschaft empfangend. Vorne links kauert Joseph neben 
zwei das Bad des Neugeborenen bereitenden Mädchen. Das 
erste von den fünf Brüstungsreliefs der Kanzel in S. Andrea 
zu Pistoja von 1301, von welcher das zweite mit der An- 
betung der Könige bereits auf Tafel 45 gegeben worden ist. 
Das Nähere in den dort gegebenen Erläuterungen. 
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Andrea de! Verroggkzb, 1435-1488. Florenlinisrlle Aämsz. 
Büste einer jungen Frau. 
Die jugendliche Frau mit in der Mitte gescheitelteni 
Wellenhaar trägt eine vorn geschnürte Taille und einen 
Gürtel über der Hüfte. Für die Bestimmung ihrer Persönlichkeit 
fehlt es an Anhaltspunkten. Sammlung Foulc in Paris. 
Terracotta, unterlebensgross. 
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Unbekannter Meister um 1515. Oberdeulsrlze Kzmrt. 
Holzxtatuen der 11h. Antonius Eremita, Auguslinur und Hiera- 
nymur. 
In der Mitte des Schreines, welcher das Mittelstück eines 
sechstlügeligen Wandelaltars bildete, thront der h. Antonius 
Eremita mit dem Antoniterkreuz-Stab und einem Buch in 
den Händen und zu Füssen das Schwein. Links steht 
Augustinus im bischöflichen Ornat, während zu seinen Füssen 
der in kleineren Dimensionen dargestellte Stifter des Altar- 
werks kniet, Guido Guersi, Präceptor des Antoniterstiftes 
Isenheim, rechts steht der h. Hieronymus im Kardinalskleid, 
den Buchbeutel in der Linken, den Löwen zu Fiissen. Der 
Altar, dessen Flügel von M. Grunewald gemalt sind (vgl, 
Klassischer Bilderschatz II, Nr. 178), gelangte aus der Kirche 
zu Isenheim in das Museum von Colmar. 
Holzstatuen, bemalt, lebensgross. 
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Pzerre Pu e! 1622-16 4. ßa-anzaanlle 122mm Selötlöilzini: 
g 9 9 
des Künstlers. 
Der ohne jede Neigung geradeaus gestellte Kopf giebt 
das bartlose Bildnis des Künstlers in vorgerückten Lebens- 
jahren, etwa um 1680. Die Vielseitigkeit des Mannes, der 
erst Schiff bauer, dann Maler, hauptsächlich aber Bildhauer 
war und schliesslich auch als Architekt sich bethätigte (Stadt- 
haus seiner Heimat Marseille) ist bekannt, Museum des 
Louvre in Paris. 
Marmor, lebensgross. 
Skußlurznscha f: I. Band ;
        

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