Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spanien
Person:
Israëls, Jozef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924014
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1925444
SEVILLA. 
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Calle de Sierpes, Schlangenstrasse, war mit Bildern, Fahnen und 
Laub geschmückt; durch das Anbringen von grossen Segeln, die 
von der einen Seite der Strasse zur andern reichten, war die Ver- 
teilung von 
hat allerlei 
und wenn 
Licht und Schatten höchst seltsam. Diese Strasse 
Nebenstrassen, Erweiterungen und Krümmungen, 
nun die Sonne, hier und da durch die Segel 
abgesperrt, Löcher und Oeffnungen fand und da plötzlich 
durchschien, so gab sie dem geschäftigen Treiben, das hier 
herrschte, eine bunte und grelle Beleuchtung. 
Ueberall in der Stadt waren Ausschmückungeii angebracht; 
man tanzte und sang in-den Cafes die alle geöffnet waren, 
und ein Fremder konnte schwerlich glauben, dass dies einem 
kirchlichen Feste voranging._ Als wir in unser Hotel zurück- 
kamen, wo wir unser Gepäck hingelegt hatten, um sofort 
unsere Neugierde zu befriedigen, wurden wir nach einem in 
der Nähe gelegenen Hause verwiesen, welches zum Hotel 
gehörte, da hier alles besetzt war und kein Plätzchen übrig 
blieb. 
Wir wohnten in Sevilla in einem Alhambra-artigen Gebäude. 
Eine breite Treppe mit morschen Säulen führte von dem Patio 
nach dem langen Gange der oberen Etage; es war alles in 
weissem Marmor, oder wenigstens schien es so  eine Nach- 
ahmung des üppigen Stils der arabischen Spitzenverzierungen. 
Wenn ich des Abends von unseren Spaziergängen nach Hause 
zurückkehrte, und der Mond seine sanften, zartbläulichen 
Strahlen durch das geheimnisvolle Schloss warf, dann kam 
ich mir vor wie ein Sultan, und ich suchte nach einer 
Scheherazade, um mich mit dem Erzählen einer Zauber- 
geschichte einzuschläfern. Leider! wenn ich nach oben kam, 
sass in einer Ecke ein altes Weib, dessen graue Haare unter 
einer Mütze zum Vorschein kamen, während ein langer, dunkler 
Shawl ihre sonst blosse Brust und Arme bedeckte. Mit 
schläfriger 
Stimme 
fragte 
Sie; 
0b 
ich 
noch 
etwas 
wünsche,
        

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