Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spanien
Person:
Israëls, Jozef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924014
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1925361
DOM 
DER 
CORDOVA. 
nach der Stadt, auf der wir niemand bemerkten, entdeckten 
wir fast kein Haus, in welchem Menschen wohnten. Nach 
einer Weile kamen wir an bewohnte Strassen und endlich an 
einen Platz, welcher von hohen Häusern umringt war; hier 
war Markt, jedoch ohne geschäftiges Treiben. Still arabisch 
sassen da die Verkäuferinnen im weissen Burnus, mit sorg- 
faltig bedecktem Haupt und blossen Füssen neben ihren grossen 
Körben mit allerlei Früchten und Geflügel. Es war für uns 
ein Vorgeschmack von den Mauren und Arabern, clenen wir 
noch begegnen sollten. 
Ein Stück weiter kamen wir wieder an einen freien Platz 
und hatten endlich das Wunder von Cordova, die grosse 
Moschee, Tempel oder Dom, vor uns. Einigermassen ent- 
täuscht sahen wir es an: eine grobe, rotbraune, steinerne Mauer 
und dahinter ein Linregelmässiges Viereck, das nichts von einem 
schönen Bau verriet. Wie alles hier, sah es verlassen aus. Wir 
liefen 
bald 
hierhin, 
bald 
dorthin, 
hinein 
kommen; 
end- 
lich fanden wir einen Eingang. vIhr müsst bedenkenß sagte 
Erens, ßdenn ich habe es früher einmal studiert,  wie oftmals 
ist diese Stadt und dieser Tempel von ihren Herrschern umgebaut 
worden. Die Römer, die Gothen haben hier schon ihren Haupt- 
tempel gehabt, und als die Stadt in die Hände der Mauren 
iiel, fasste einer der Kalifen den Entschluss, auf dieser Stelle 
eine Moschee zu errichten, wie sie nirgends zu finden sei. jetzt 
haben Erdbeben, Kriege und vor allem Glaubensstreit diesen 
Ort heimgesucht, der eine brach ab, der andere baute auf; 
doch jetzt noch ist das Bauwerk ein Wunder. (c Als wir durch 
die Pforte der Vormauer getreten waren, gingen wir durch 
eine schöne Allee von Orangen auf den Eingang der Moschee zu. 
Wenn man hineinkommt, ist es eine verwirrende Menge 
von Säulengängen, man meint nirgends einen Weg zu finden; 
langsam aber gewöhnt sich das Auge, und man bemerkt 
breitere Gange, die den Weg durch dieses Labyrinth zeigen.
        

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