Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spanien
Person:
Israëls, Jozef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924014
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1925170
ESCORIAL 
mit 
dem 
Rücken 
nach 
innen 
standen, 
sodass 
der 
Besucher 
nicht sehen konnte, was hier zu finden war. So lernen die 
Gläubigen. Nur die Auserwählten dürfen wissen. Die Wissen- 
schaft ist nicht für alle; man könnte sie missbrauchen. Möge 
sich gegenwärtig auch alles popularisieren; innerhalb dieser 
Mauern huldigt man diesem Grundsatze nicht. Der ganze 
Ton dieser Umgebung ist ängstlich und schwer. 
Nur die Kirche ist herrlichj wenn man diese hnsteren Ge- 
mächer durchschritten und einige Stufen heruntergeht und mit 
entblösstem Haupt in die Kapelle eintritt, dann strahlt aus 
der hohen, von prächtigen mit grossen und kleinen Ornamenten 
verzierten Marmorsäulen getragenen Kuppel nach allen Seiten 
das herrliche Licht. Auf dem Chor und neben dem Haupt- 
altar 
beünden 
sich 
schöne 
Fresken von 
Italienern, 
und 
kunst- 
volle 
Basrelicfs 
erhöhen 
den 
Reichtum 
dieser 
Wände. 
Aber 
dies 
auch 
alles. 
Kommt 
1'113.11 
durch 
die 
Sakristei 
das 
eigentliche königliche Schloss, dann sind die Zimmer wieder 
klein und hnster, ohne etwas Bemerkenswertes, und wenn man 
sie alle clurchschritten hat, dann kommt man an das eigent- 
liche Zimmer, in dem der alte, lange Jahre kranke König 
lebte und starb. Das Zimmer ist dunkel; sein Schreibtisch 
steht 
noch 
und 
ich 
bemerkte 
Betstuhl, 
einen 
auf 
den 
ich 
mich 
setzte. 
Da 
sah 
iCha 
dass 
ich 
allein War; 
meine 
Gefährten 
schienen 
kein 
Interesse 
diese 
für 
dunkle 
Einsamkeit 
haben, 
aber unser Führer zeigte 
diesem Raum unmittelbar 
mir noch, wie der 
neben seinem Bett 
König hier in 
eine hölzerne 
Wandbekleidung verschieben und die Messe hören und seine 
Gebete mit denen des Priesters vereinigen konnte. In Gedanken 
sah ich den alten, unglücklichen, kranken und doch mächtigen 
König auf seinem Lager ausgestreckt; da lag er mit seinem 
grauen Haar, seinem Iinstern Gesicht und der dicken auf- 
geworfenen Unterlippe, seine Augen strahlten hell aus dem 
faltigen Gesicht und in der Hand hielt er ein grosses beschriebenes
        

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