Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spanien
Person:
Israëls, Jozef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924014
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924982
MADRID. 
unseres Verlangens. Ein grosses, freundliches und angenehmes 
Museum ist das von Madrid. Keine prunkenden, prächtigen 
Möbel oder zur Schau gestellte Sachen, und doch fürstlich 
und grossartig. Es ist gemütlich und bequem; keine eisernen 
Barrieren; man kann sich mit der Nase auf die Gemälde legen 
und, wenn man Lust hat, dieselben mit der Lupe besehen; 
kein Firniss, dass man verrückt davon wird; es ist überall 
schönes Licht, das durch grosse, aber nicht zu grosse Oeffnungen 
fällt. Es kam mir vor, als ob die Wächter und Diener witterten, 
Art 
welcher 
die 
verschiedenen 
Museumsbesucher 
XVEIFGI]. 
Sie 
begleiteten eine Gesellschaft Bauern und Bäuerinnen, die auch 
das Museum besichtigten, und sorgten dafür, dass diese Leute 
die anderen Menschen, die sich alles genauer ansahen, nicht 
hinderten. Sie unterschieden immer die Künstler und eigentliche 
Kunstfreunde, Schriftsteller und Interessenten von denen, die 
wie gewöhnliche Touristen in hellen karrierten Anzügen und 
mit roten Reisebüchern die Säle des Museums durchschnüffelten. 
Als sie gesehen hatten, dass ich von Zeit zu Zeit wiederzu demselben 
Gemälde zurückkam und mich mit meiner Gesellschaft darüber 
unterhielt, wurde mir stets ein Stuhl angeboten; sie gaben 
mir Nachricht, wo meine Freunde geblieben waren, wenn wir 
uns in dem Eifer 
sogar, wenn ich 
Schauen, würden 
des Schauens verloren hatten, ja, ich glaube 
mich unwohl gefühlt hätte von dem vielen 
sie mir ein Tischchen mit einer Erfrischung 
gebracht haben. 
Aber glücklicherweise war von Unwohlsein keine Rede; es war 
viel zu viel Zerstreuung dort, um daran zu denken. Gierig 
fassten wir den ersten besten Saal an, denn wir sahen da 
schon einen Velasquez; aber jetzt geradezu nach dem grossen 
Saal durchzugehen, bei dem das Museum eigentlich anfängt, 
urar unmöglich; denn wir konnten doch nicht an dem Gemälde 
vorbeigehen, welches wir durch eine kleine Üeffnung im Neben- 
saal bemerkt hatten. Es war denn auch der Mühe wert.
        

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