Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spanien
Person:
Israëls, Jozef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924014
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924974
MADRID. 
faltigem Pflanzenschmuck. Droschken, Omnibusse, oft prächtige 
Equipagen entwickeln ein geschäftiges, fröhliches Treiben. 
Die grösste Eigentümlichkeit Madrids ist die Nacht. Madrid 
scheint nie zu schlafen. Alles spaziert und schwatzt um zwei, 
drei Uhr nachts auf der Puerta delSol. Zeitungen, Erfrischungen, 
Lotterielose und Lieder werden noch mit lauter Stimme feil- 
geboten, und erst, wenn der Morgenstern aufgeht, scheint 
man sich zur Ruhe zu begeben. 
Der erste Morgen in Madrid fand uns alle drei ohne Ab- 
sprache bereits früh im Frühstückszimmer; wir gönnten uns 
kaum die Zeit, unser Frühstück zu verzehren. Das grosse 
Bild Velasquez de Silvas, das uns im Museo del Prado gezeigt 
werden sollte, hatte uns schon längst den Schlaf geraubt. 
Wir durcheilten die Strassen von Madrid, als sei dort für den 
Fremdling nichts zu sehen oder zu beobachten. Erhitzt und 
ermüdet kamen wir vor dem grossen Gebäude an, aber um 
unsern Hunger nach den spanischen Gemälden etwas zu dampfen, 
stand ein grosser kostümierter Museumsdiener da, der uns 
eine vannunciaa zeigte, die auf die Mauer geklebt war, und 
woraus wir entnahmen, dass man in Madrid nicht zu früh bei 
der Hand sei. Noch eine Stunde, noch eine ganze Stunde 
hatten wir das Vergnügen, warten zu müssen. Dann nur 
spazieren in dem umliegenden Park; denn dies Museum hat das 
Vorrecht, von herrlichen Baumen und Slaazierwegen umgeben 
zu sein, und kühle Ruhebänke von grauem Stein sind überall 
in der Nähe angebracht. Ich streckte mich auf einem dieser 
herrlichen Sitzplätze aus. Meinen Kopf nach hinten gebeugt, 
sah ich, dass der Himmel in Madrid beinahe ebenso schön 
ist als bei uns: ich sah allerhand und träumte noch viel mehr, 
bis man mich endlich aus meiner sonderbaren Haltung und 
meinen Träumen aufrüttelte: die "fhüren waren geöffnet! 
Eine hohe breite Marmortreppe hinauf, über eine grosse 
Terrasse, durch eine weite Thür  und wir sind am Orte
        

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