Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spanien
Person:
Israëls, Jozef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924014
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924913
BURGOS. 
kleinen Häusern und niedrigen Mauern Limringt ist. Darum 
gingen wir, wie uns unser Doktor gesagt hatte, einen ab- 
gelegenen Weg entlang, bis wir zu einer sandigen l-lügelreihe 
kamen, Hier brannte die Sonne so heiss, kein Mensch, kein 
Tier war 
Bauwerk. 
da zu 
Es 
finden, aber gerade vor uns stand 
war erstaunlich zu sehen, wie 
das erhabene 
kleinlich die 
umliegende Stadt war und wie die reichgeschmtickten 'l"t'1r1ne 
der Hauptkirche sich in die Luft erhoben. Wir gingen den 
holprigen Hügelweg hinab und traten in das Hauptportal ein. 
Alles war hier im tonigen Schatten gegenüber dem Sonnen- 
licht draussen; alles War hier kühl gegenüber der Wärme auf 
jenen Höhen; alles war vornehm und prächtig gegenüber der 
Nacktheit und Armut von vorhin. Hoch und erhaben standen 
die 
Pfeiler 
neben 
einander, 
U I'll 
das 
prächtige 
Gewölbe 
ZU 
tragen, das voll herrlicher Linien und Verzierungen war. 
weiss nicht, wohin man zuerst sehen soll, es ist ein 
Man 
üb er- 
waltigender grossartiger Eindruck. ln der Zeit, da solche 
Kirchen gestiftet wurden, war dies der Ort, wo alles zusammen- 
gebracht wurde, dies war das Museum, das Archiv, der Platz, 
wo Huldbeweise und Erinnerungen an längstverstorbene Heilige 
und Fürsten aufbewahrt wurden; ach, wen interessieren all 
diese vergangenen, meist unbedeutenden Grössen. 
Bei einer der schönsten Kapellen hielten wir still; hier 
stand ein junger Mönch mit kahlem, von einem Kranz pech- 
schwarzer Haare umgebenen Haupte; er hatte uns sofort als 
Fremde erkannt; er war barfuss und trug eine dicke, braune 
Kutte, die seinen breiten Nacken bloss liess; er hatte schwarze, 
tielliegende Augen, und indem er uns begrüsste, wies er auf 
den Ring mit Schlüsseln, den er an seinem Gürtel trug, zum 
Zeichen, dass er überall ein- und ausgehen konnte, um die 
Reliquienschreine, die Gitter vor den Privatbetstühlen zu öffnen 
und uns durch diese labyrinthische Pracht zu führen. Er zeigte 
uns alles: die historischen Gräber auf dem Fussboden, die
        

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