Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spanien
Person:
Israëls, Jozef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924014
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924763
ZUGE. 
sondern kehrte 
1.; Tage darauf 
befremdete und 
dahin zurück, wo ich hergekommen war. 
empiing ich einen Brief von ihr, der mich 
doch nicht schmerzte. Sie setzte darin die 
Gründe auseinander, warum sie nicht unverheiratet bleiben 
konnte: die Schwierigkeit, ihren Unterhalt zu bestreiten, die 
Schmähungen ihrer Familie, die Liebe des Mannes, den sie 
nun besass, hatte sie dazu getrieben; sie hatte mich durchaus 
nicht vergessen. Sie bat mich, einige Wochen in ihrem Hause 
zuzubringen; ihr Mann wüsste unsere ganze Geschichte, und 
sie vertraute auf meine Ehrenhaftigkeit, die ihres Mannes und 
die ihrige. Dieser Brief erweckte in mir ein trauriges und 
bitteres Gefühl; die Eitelkeit unserer Mühen und Arbeiten, 
die Zwecklosigkeit aller unserer Illusionen wurde mir durch 
diesen Brief so klar, dass ich mich seit jener Zeit nicht mehr 
mit Heiratsgeclankeim abgegeben habe, und jetzt liegt all mein 
Glück in Ruhe und Frieden. a 
Langsam wurden auch wir sowohl durch die Erzählung, als 
auch durch die eintretende Dunkelheit schweigsann und ruhig. 
Es war Nacht geworden; ein Gast nach dem andern verliess 
den Speisesaal, und von Müdigkeit übermannt, gingen wir 
über die geheimnisvolle Brücke nach unserm dunklen Schlaf- 
YEIUIII  
Es war eine frostige Nacht, und das ist nun der Luxuszug. 
O, mein bequemes Bett und mein geräumiges Schlafzimmer; 
ich liege hier zu meinem Vergnügen ausgestreckt wie ein 
Mönch, der gegeisselt wird; die Decke, ein zweites Bett, 
ist nur einige Handbreit von meinem Kopfe entfernt; darin 
bewegt sich, hustet und schnarcht ein anderer Reisender. 
Doch schlief ich dann und wann ein, obwohl mich alle Glieder 
schmerzten. Ich schlief und wachte zugleich; ich träumte 
allerhand; einer meiner ältesten Freunde, der bereits lange 
tot war, hob drohend den Finger gegen mich und beschwor 
mich, nicht weiter zu gehen, sondern zurückzukehren. Er
        

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