Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spanien
Person:
Israëls, Jozef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924014
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1926315
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WIEDER IN MADRID. 
und hübsch; sie schmeichelte und tätschelte den brummigen 
Alten fortwährend so unübertrefflich, dass das Publikum wieder 
und wieder in Gelächter und Jubel ausbrach. Endlich trifft 
der General wirklich den Mann, den er verdächtigte, und will 
ihn sich vornehmen; aber zu seinem grossen Schrecken giebt 
man ihm zu verstehen, dass er hier die schlechte Rolle spielt 
und dem rechtmässigen Gatten seiner Geliebten gegenüber- 
steht. Grosse Aufregung des Trio, bis auch der Mann von 
seiner liebenswürdigen Frau dazu überredet wird, zu glauben, 
dass der General ein alter Freund ihres Vaters sei, der ihm 
das Leben gerettet hat und der deshalb natürlich nicht unter- 
lassen konnte, Nicolette von Zeit zu Zeit zu besuchen. Das 
Ganze wurde schnell, deutlich und fröhlich und mit viel natur- 
lichem ungekünstelten Talent heruntergespielt. 
Wir besuchten auch noch die grosse laönigliche Bibliothek, 
und da wir einen Brief von jemandem hatten, der in der 
Wissenschaft einen guten Namen hat, wurden wir bei dem 
Direktor oder Bibliothekar vorgelassen. Wohl dauerte es 
etwas lange, bis alle Ceremonien vorüber und viele grosse 
und kleine Räume, mit tausenden Büchern gefüllt, clurchwandert 
waren. Endlich kamen wir an ein grosses, hohes Zimmer. 
An einem hohen Fenster, welches nach einem sonnigen Garten 
schwarzem Talar. 
Gestalt für den 
bot er uns Platz 
hinausging, sass ein Geistlicher in langem, 
Sein kahler Schädel glänzte; eine rechte 
dunklen Ribera. Mit vornehmen Gebärden 
an und 
wollten. 
fragte, welche Handschriften oder Bücher 
Aber darum war es uns nicht zu thun; "es 
wir sehen 
wäre sehr 
viel 
und 
Zeit 
sich 
nötig, eine Wahl unter so vielen Büchern zu treffen 
dann hinzusetzen und zu lesen. Dazu waren wir viel 
zu reiselustig. Wir fragten nur nach der Bildersammlung, 
wurden dann über viele Treppen und durch lange Gänge nach 
den dazu eingerichteten Räumen gebracht. Der Konservator 
fragte uns, was wir sehen wollten, und da holte ich den Auf-
        

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