Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spanien
Person:
Israëls, Jozef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924014
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1925592
KIRCHENFESTE. 
klingt. Es war ein Ball, denn ein wenig weitergehend, sahen 
wir die Anzeige bei einem Eingang, der mit einer bunten 
Mousselingardine verhängt war. An beiden Seiten war ein 
Muttergottesbildchen angebracht, mit Blumen und Lorbeer- 
zweigen verziert und durch kleine Wachskerzen beleuchtet, 
was für eine solche Gelegenheit als ein eigenartiger spanischer 
Eingang angesehen werden konnte, uns aber durch die 
Armut und Einfalt der Ausführung wunderbar anmutete 
und hineinlockte. 
Wir kamen in einen grossen, offenen Raum, worin man 
oben den Himmel und die Sterne sehen konnte; Papierlampions 
von verschiedenen Farben waren hie und da aufgehängt, eine 
Treppe führte nach einer Galerie. Bei unserem Eintritt 
schien uns alles viel zu dunkel, aber langsam gewöhnten sich 
unsere Augen daran.  
In der Mitte sass ein kleiner, buckeliger Mann, der eine 
gutklingende Orgel drehte und nebenbei die Rolle eines Tanz- 
meisters ausübte, mit Rufen und Schreien die Tänzer zu- 
aber 
gewöhnten 
langsam 
sich 
sammenhielt 
oder 
auseinanderbrachte. 
Als 
wir 
UHS 
diese 
Gesellschaft ansahen, bemerkten wir wohl, dass wir 
einem etwas schlechten Lokal befanden, aber einmal 
uns in 
hinein- 
gekommen und umgeben von Musik und Tanz, blieben wir 
einen Augenblick neugierig stehen. Wir hatten kaum einige 
Augenblicke da gestanden, als wir die Aufmerksamkeit des 
Leiters dieser Unternehmung auf uns lenkten; drei Stühle 
wurden für uns an die Mauer gestellt, und da sassen wir, wie 
im Schauspiel der Prinz und die Prinzessin, die sich das Ballet 
ansehen 
müssen. 
Nun kam die Pause, die Orgel schwieg, die Damen und 
Herren gingen auseinander, und wir beabsichtigten, fortzu- 
gehen, als ich bemerkte, dass neben mich ein Stuhl gesetzt 
wurde, auf dem sich eine der Damen elegant niederliess und 
mir einen Blumenzweig aus ihrem Strauss anbot, der ihre
        

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