Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Spanien
Person:
Israëls, Jozef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1924014
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1925544
KIRCHENFESPE. 
Für 
mich 
aber 
noch 
nicht, 
denn 
ich 
hatte 
über 
einem 
der 
kleinen Ausgänge die Aufschrift gelesen: Nach Beendigung 
Besichtigung der Reliquien. Den Strom der hinausziehenden 
Menge verlassend, ging ich mit einigen Landleuten und Fremden 
durch ein kleines Thor, über dem ich die Aufschrift gelesen 
hatte. Ich kam durch einen schwarzgestrichenen Korridor in 
einen gewöhnlichen Raum, der an der einen Seite ein hohes 
Fenster hatte; die gegenüberliegende Wand wurde von einem 
grossen eichenen Schrank, dessen massive Thüren weit ge- 
öffnet waren, vollständig eingenommen. Darin blitzte und 
glänzte es von allerhand Gegenständen, deren Verwendung 
ich nicht begriff. Auf Brettern standen wunderlich geformte 
Dosen, seltsame Becher, Monstranzen und viele prächtige, mit 
Edelsteinen eingelegte, lange, hohe, runde und eckige Kästchen. 
Wir gruppierten uns alle um den Schrank. Ein Mönch mit 
einem langen Stab erwartete uns, und an der andern Seite 
sass einer der Chorknaben, der ein schweres Pergament auf 
den Knien hielt und darüber gebeugt mit lauter Stimme be- 
gann: wln este cofrecito, in diesem Kästchen werden die 
Gebeine des heiligen Hieronymus aufbewahrte und während 
er dies sagte, wies der Stab des Mönches auf den betreffenden 
Gegenstand hin. ßln este otroß fuhr der Knabe fort, xin 
dem andern wird der Gürtel der heiligen Veronika aufbewahrtx, 
und so wurde alles aufgenannt und durch den langen Stock 
die Stelle angewiesen, wo diese modernden Sachen in Pracht- 
umhüllungen bewahrt wurden. 
Schon in der Kirche hatte ich ein Geräusch von schwerem 
Glockenläuteil vernommen, aber als ich herauskam, wurde ich 
von meinen Freunden, die mich ungeduldig erwarteten, am Arme 
mitgeschleppt, um doch nur so schnell wie möglich fortzu- 
kommen, denn das ohrenbetäubende Geläute dieser Glocken- 
masse machte es uns unmöglich, auch nur einen Augenblick 
auf dem Platz zu bleiben; dies ist der Brauch beim Schluss
        

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