Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Überreste der Aegyptischen Baukunst
Person:
Grohmann, Johann Gottfried Frosch, Carl Hüllmann, Gottlieb Wilhelm Sprinck, Christian Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1918583
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1918739
Der Plan zur Herausgabe gegenwärtiger Blätter war, Wie man aus eini- 
gen dieserhalb an das architektonische Publikum ergangenen Ankündigun- 
gen ersehen wird, schon entworfen, ehe noch durch die Unternehmung 
der Direktoren der Französischen Republik die allgemeine Aufmerkseun- 
keit auf Aegyljten gerichtet Wurde, auf ein Land, dessen bis jetzt nur von 
Geographen, einigen Alterthumsforschern und "Lesern unserer heiligen 
Bücher des alten Bundes gedacht, und aufser diesen Wegen der gänzlichen 
Entfernung, in welcher wir mit ihm in jeder Rücksicht leben, einer nä- 
hern Erinnerung vielleicht nur von wenigen würdig geachtet wurde. 
B u 0 n a1) art e' s Zug nach. Aegypten änderte die Gestalt der Sachen, 
und brachte dieses fast vergessene Land auf einmahl wieder so sehr in 
das Gedachtnifs, dafs nach Nelsons Siege bei Ab ukir Englische Da- 
men sogar auf einige Zeit Aegyptische Proben trugen. 
Das unerwartete Interesse, welches Aegypten dadurch erlangte, 
kann vielleicht zu gröfserer Theilnahme für diese Blätter beitragen, und 
meine Absicht, lienntnifs des Aegyptischen Geschmacks in der Baukunst 
zu verbreiten, befördern helfen. Nicht als 0b ich selbst etwann glaubte, 
unserer Architektur dadurch nur den mindesten Vortheil zu verschaffen, 
und unsern Architekten ein Werk in die Hände zu geben, durch dessen 
Studium sie in den Stand gesetzet würden, unsere Baukunst in irgend ei- 
ner Rücksicht zu bereichern, zu verschönern und zu veredeln. Ich bin 
vielmehr im Gegentheil überzeugt, dal's es uns, wie Wissenschaften und 
Künste jetzt beschallen sind, unmöglich ist, wieder so weit rückwärts zu 
gehen, und so tief in Rohheit zu versinken, dafs wir als0_v0n der ganzen 
Äegyptischen Baukunst, so weit wir sie kennen, nichts brauchen können, 
als O b e l i s k en und P y r a m i (l e n zur Verschönerung öffentlicher Plätze 
und grofser Gärten. Aufserdem kann der Theatermahler, um durch Feh- 
1er gegen das Kostum in unterrichteten Zuschauern die Wirkung des Stücks 
nicht zu stöhren , bisweilen Gebrauch von ihr machen.  
Wenn ich die Worte: 
auf den Titel setzen liefs, so 
„Dem Studium der Baukünstler gewidmet," 
geschah es also nur darum, sie aufmerksam 
zu machen, wie grofs die Stufenleiter War, Welche der menschliche Geist 
ersteigen mufste , eh' er in der Baukunst L eichti glieit, G efäll i gkeil: 
und S chönheit mit B equemli chkeit und Fe stigkeit vereinigen 
lernte. Und Wer weif s , Wie lange sich die Aegyptier schon gequälet hat- 
ten , ehe sie 'Wer1ie hervor zu bringen vermochten, wie sie auf diesen 
Aeäyptische
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.