Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1905146
und einen Zeugstreifen, welcher zum Schosse dienen sollte, an seinem oberen Rande in ebensoviele 
Zwickel ausschnitt (Fig. 20.13), die man in die Schlitze einschob, so dass der Rock an dieser Stelle 
rasch an Breite gewann. Nun stellte man aus Leder oder Pergament eine Anzahl von Röhren oder 
Hülsen her, die etwas länger als ein Finger und nahezu doppelt so stark waren, halbierte diese 
Hülsen der Länge nach und nähte die Halbröhren, dicht neben einander gereiht, in den unteren 
Saum des Schosses ein (Fig. 20. 14). Dies konnte in folgender Weise geschehen: man brach hinten 
in der Mitte des Schosses eine scharfe senkrechte Falte, legte eine Halbröhre rechts oder links dicht 
an die Falte, nähte den Stoff dem oberen und unteren Rande der Hülse entlang fest, brach eine neue 
Falte, schob die folgende Hülse dicht an die erste, spannte den Stoff und befestigte ihn hier ebenso 
wie vorher; so fuhr man Fig- 20- herab und wurde ver- 
fort, bis der Schoss 7-1"   4 knöpft; über die Naht, 
völlig besetzt War. Um  "  H welcheSchossund Ober- 
nun den Stoff in den   teil verband, kam der 
Bruchfalten zwischen   Gürtel zu liegen. 
denHülsen festzuhalten,   Statt der Schaube 
heftete man die Falten     kam namentlich unter 
auf der Innenseite des       der Vwnehmen Jugend 
Schosses an einen der-      ein Mantel zur Ver- 
ben Leinwandstreifen,      Wendung, der S0 kurz 
welcher zur Ausfüttc-  6 7    war, dass er mehr zum 
rung diente, Dieses   9   10 Sehenlassen als zum 
Wams lag nur locker 8   l  Verbergen geeignet er- 
am Leibe an und hatte 13    schien. Auch dieses Ge- 
entweder weite Arm-  i; X  f  wandstückstellte manin 
löcher (41. 9) oder lange 12     mancherlei Formen her. 
weite Aermel (41. 10),     In der gewöhnlichsten 
welche an ihrer Ober- 14   Form glich das Mäntel- 
seite von der halben  I  chen noch dem alten 
Achsel an aufgeschlitzt,      15  grossen Mantel V01"! 
andersfarbig gefüttert     halbkreisförmigem Zu- 
und in ihrem unteren         w  schnitte;eswurdeaufder 
Teile gleichfalls in röh-   linken Achsel getragen 
renartige Falten einge- f       und über die rechte 
näht waren. Der Hals-         Schulter her mit langen 
ausschnitt war ziemlich    X    zierlichenSchnürenfest- 
weit; der Brustschlitz     gehalten (41. 1. 47. 16); 
ging bis auf den Leib n n, n. ZU so trug man es bis 
in die zwanziger Jahre des 16. Jahrhunderts und so trug es noch der jugendliche Dürer. Ein 
anderer Mantel, welcher zugleich den Rücken bedeckte (41. 2. a. 13), hatte die Form eines Kreis- 
ausschnittes mit fehlender Spitze und war am oberen Rande dem unteren gleichlaufend ausgeschweift. 
Eine dritte Art von Mantel, welche zum völligen Verhüllen des Oberkörpers benützt werden konnte 
(41. a. 19. 47. a), glich ungefähr dem Ausschnitte eines langgestreckten Ovales (Fig. 20. in) und war 
hinten bedeutend kürzer als an den Flügeln; er wurde frei über die Schultern gelegt, da er sich 
durch Sei" nach VOrn fallendes Gewicht leicht von selbst in seiner Lage hielt; vorn konnte er nach 
Belieben zusammengesteckt werden. Daneben kam auch noch die Glocke vor (41. e). 
Als Kopfbedeckung diente noch immer die Gugel, entweder in einfacher Anlage 
(41. 1. 22) Oder mit der Gesichtsöffnung über den Kopf gezogen und verknotet (41. 21); auch der 
Hut wurde noch in allen seitherigen Formen und Farben (S. 88) sowie in den mannigfachsten
        

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