Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1904969
im 1:1. Jahrhundert ziemlich selten gewesen, während des 12. und 13. Jahrhunderts fast gänzlich 
verschwand, ebenso, wenn das Haar, welches man seit den Zeiten der Karolinger kurz zu ver- 
schneiden pflegte, wieder an Länge gewann. Mitten über der Stirn wurde das Haar gescheitelt 
(33. 11) oder auch mit geradem Schnitte über die Stirne her verkürzt (33. 4_ß u. ff.) Salben und 
Brenneisen wurden reichlich angewendet und zum Festhalten des Haares Bänder, Reife und Kränze 
benützt, Kopfzierden, welche man durchweg nSchapela nannte (33. 13. 16. 11. 1a). Leute aus ritter- 
lichcm Stande verschnitten sich wohl auch das Haar nach Art der unfreien Leute, um anzudeuten, 
dass sie Sklaven im Dienste ihrer Damen seien. Zur Ausstattung eines vornehmen Mannes ge- 
hörten schliesslich noch Handschuhe und Tasche. Die Handschuhe hatten die Form von Stulphand- 
schuhen (33. s. 7. 34. s) und wurden auf der Reise sowie auf der Jagd getragen. Die Tasche von 
derbem Zeuge oder Leder wurde entweder unmittelbar oder mit ziemlich langen Schnüren an den 
Hüftgürtel befestigt (33. 7. 34. 3h). 
Ebenmässig wie in der männlichen Tracht machte sich in dem weiblichen Kostüm des 
13. Jahrhunderts eine bedeutende Umgestaltung bemerklich. Zu einer vollständigen Damen- 
kleidung gehörten das Hemd oder der Hausrock mit kürzerem Unterhemde, der Ueberrock und der 
Mantel, sowie Fig I6_ nehmend, und 
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häufig noch am Kopfloche sowie am Ende der Aermel mit bunten oder goldenen Borten be- 
setzt; sie trugen es gegürtet und ungegürtet, nicht selten ohne ein weiteres Oberkleid in Ver- 
bindung mit dem Mantel (33. 13_1a). Dieselben bedienten sich wohl auch noch eines kürzeren 
Unterhemdes oder legten nach Bedarf zwei lange Hemden übereinander an, die von gleichem Zu- 
schnitte waren, nur dass das obere etwas weitere Aermel führte (33. 12). Am Gürtel hingen die 
Schlüssel, das eigentliche Symbol des weiblichen Hausrechtes. Eine rechte Hausfrau liess auch im 
Tode die Schlüssel nicht; dieselben wurden häufig der Toten mit in das Grab gegeben. Nur die 
geschiedene Frau musste dem Manne die Schlüssel zurückstellen. Eine völlige Umwandlung erlitt 
das Oberkleid; dieses verlor, entsprechend dem männlichen Oberkleide, seine Aermel; weil nun 
infolgedessen die Hemdärmel leicht der Beschmutzung preisgegeben waren, so richtete man die- 
selben zum Abnehmen ein, so dass man die Aermel wechseln konnte ohne das Hemd selbst zu 
wechseln. Das Oberkleid, welches seit dem 11. Jahrhundert sich immer mehr der Büste anzu- 
passen gesucht, löste sich nach Verlust seiner Aermel in mehrere Gewänder von verschiedenem 
Zuschnitte auf, die aber durchweg mit einem Worte unbekannten Ursprungs nSuckenieu ge- 
nannt wurden. Es gab zwei Hauptformen der Suckenie, welche längere Zeit neben einander 
in Gebrauch blieben. Einmal war die Suckenie ein langes, ringsum geschlossenes Kleid mit 
Armschlitzen, das entweder um die Büste her anlag (11. 2a) und erst von den Hüften an sich 
erweiterte oder gleich vom Kopfloch an nach unten hin gleichmässig an Weite zunahm (Fig. 16. s). 
In der zweiten Form war das Oberkleid über die Schultern her sehr breit (33. 16), so dass es die 
Hottcnroth, 'l'rachten. n. Billltl. 2. Auß. 10
        

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