Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1904924
Kämme zum Krempeln der Wolle, sowie Ielaspeln, Stickrahmcn, Strick- und Flechtnadeln. Auch 
eine Harfe fehlte nicht. So düster die Wohnräume aussahen, so fanden doch hier die nordischen 
Götter ihre Pflege; hier ging das Dichten und Sagen auf und mancher ausgelassene Festjubel wider- 
hallte in dem Dachgebälke. Wie die Harfe ursprünglich beschaffen, darüber herrscht tiefes 
Schweigen; seit dem 12. Jahrhundert aber kamen mit den deutschen Spielleuten auch die in 
Deutschland beliebten musikalischen Instrumente in das Land. Würfel und Schachspiele 
waren sehr beliebt; die Figuren des Schaehspieles stellten Könige und Geistliche dar sowie be- 
rittene Krieger und Damen zu Pferd; es waren rohe Schnitzereien aus Elfenbein oder Walr0ss- 
zahn. Man übte Ball- und Kegelspiele, besonders aber die Waffenspiele und alle Uebungen, 
Welche geeignet waren, den Körper auszubilden. Die gebräuchlichsten Jagdwaffen waren 
Bogen von Eibenholz oder Armbrüste samt Pfeilen mit gespitzter und breiter Klinge (vrgl. 
31.1), sowie Spiesse. Die Spiesse galten als Hauptwaffe der hohen Jagd; der stärkste unter ihnen 
war zum Abfangen von Bären bestimmt. Man stellte dem Wild auch mit Schlingen, Fuchs- 
eisen und Wolfsnetzen nach, den Vögeln und den kleineren Vierfüsslern mit gezähmten Falken 
und Habichten. Das Fischergerät bestand aus verschiedenen Angeln, Leinen, Messern, Har- 
punen und widerhakigen Gabeln, sowie aus zahlreichen Netzen, welche im frühen Mittelalter 
aus Riemen geflochten waren; zur Sicherung des Fanges bediente man sich hölzerner Fisch- 
kasten. Ackerbau wurde wenig getrieben und das Aekergerät war sehr einfach; man kannte 
Pfiug, Egge und Sichel; von dem Pflug ist uns ein kurzes Eisen bis heute übrig geblieben 
(l.  Die Transportmittel beschränkten sich auf Wagen und Schlitten. Der Wagen be- 
stand aus einem viereckigen Kasten mit zwei oder vier Rädern und einer übergespannten Decke 
oder Blaue. Als Schlitten diente eine einfach aus Balken gezimmerte Schleife, auf welcher nach 
Bedarf ein Sitzkasten befestigt war; der Kasten hatte nicht selten die Form eines Schiffes mit 
hochragendem Vorder- und Hinterteile. Einfach war auch das Bestattungsgerät. Anfangs, 
als man die Toten noch verbrannte, beschränkte sich dasselbe auf einen zuweilen mit Teppichen 
belegten Scheiterhaufen und eine Urne oder eine kleine Steinkiste für die Asche. Bis in die 
christliche Zeit hinein herrschte die Sitte, die Leichen von Kriegs- und Seehelden samt den Waffen, 
Geräten und Schmucksachen sowie dem getöteten Lieblingsrosse auf brennenden Schiffen dem 
Meere preiszugeben. Als die Sitte aufkam, den Leichnam unversehrt zu bestatten, benützte man 
gespaltene und ausgehöhlte Eichenstämme als Sarg. Zuletzt wurden die Särge in Form von Kisten 
aus Brettern zusammengezimmert. 
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