Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1904787
Der Schild war rund oder viereckig und von wechselnder Grösse, jener der Lusitanier rund, aus 
Tiersehnen geflochten, inwendig ausgehöhlt und mit einem langen Riemen versehen. Der Schleuder 
wussten sich die Keltiberer mit gefürchtetcr Sicherheit zu bedienen. Nach den Tyrern kamen die 
stammverwandten Karthager ins Land, über deren Tracht nichts weiter bekannt ist. Sodann wurde 
Spanien eine römische Provinz; die Spanier wurden Römer in Sitte und Tracht. Den Römern folgten 
germanische Stämme, Vandalen und Gothen, die sich der römischen Tracht unterwarfen. Die Gothen 
erlagen den Arabern oder Maurcn, wie man die spanischen Araber zu nennen pflegt. Wissenschaft 
und Kunst, Handel und Gewerbe schossen unter den Mauren in die Blüte. Die Abbildungen indess, 
welche uns über die Tracht der Mauren Aufschluss geben, stammen aus dem 15. Jahrhundert, da 
die arabische Macht sich unter den christlichen Waffen bereits wieder verblutet hatte (B. I. 81. 144). 
Hauptstücke der maurischen Tracht waren ein weiter, langer Aermelrock, als Gurt eine farbige 
Schärpe, sodann weite lange Hosen, die man an den Knöcheln unterband, hohe Schuhe und ein 
Tufbala; 1313111 kam Fig. 13. weites Oberkleid mit 
noch ein feines Tuch, mag J   669, kragenartig übeyfal- 
welches so um Kopf 35';  i"?  lenden Aermeln und 
und Hals gewunden    p in {Ö mit zweiBaffchen am 
wurde, dass es mit  lxl ,   610W! Brustschlitze; ferner 
den Flügeln über 5  (Dom als"? E l ein der römischen 
beide Schultern her-  ßx ä Q   c-_ Pänula ähnliches Ge- 
abfiel ausserdem bei Tß9k( Q  L (In t ii wandstück. Die 
v Ü   i E Z  
schlechtem Wetter  E)!  ä Frauen legten zwei 
eine Kapuze; diese ä [i p     .9 Röcke übereinander 
wurde über den Tur-  " NR lt  ii an; der untere hel bis 
ban angelegt, das X X, (Md)  in die halben Waden; 
Kopftuch aber unter n"? gx W ltäj  der obere war etwas 
denselben. Ueblich  T"; d": ü  f  kürzer und vorn her- 
unter den vornehmen  K"  ' e- ab geschlitzt; dazu 
Maurenwareinlanges kamen lange weite 
Hosen, die an den Knöcheln unterbunden, Schuhe und niedriger Turban; ausserdem ein grosses 
mantelartiges Tuch, mit welchem die Frauen beim Ausgange fast ihrc ganze Gestalt verhüllten. 
Mit der arabischen Wissenschaft fanden auch Teile der arabischen Tracht in Westeuropa und 
selbst in Italien Eingang; ja die der Zeit vom 9. bis ILJahrhundert entstammenden Abbildungen (Fig. 13) 
lassen vermuten, dass die Loslösung des westeuropäischen Kostüms von dem römischen geradezu 
durch die arabische Tracht veranlasst worden sei. Der Turban und die schleppenden Oberkleider mit 
den trichterförmigen Aermeln unter den Frauen, unter den Männern die langen weitärmeligen Gewänder, 
die weiten Kniehosen oder die langen Hosen mit dem kunstvoll verschlungenen Ornament, der 
Kapuzenmantel mit Hängeärmeln: alle diese Kostümstücke haben einen augenfällig asiatisierenden 
Charakter. Was die kriegerische Ausstattung der Westeuropäer betrifft, so wird deren teilweise Ent- 
lehnung von den Sarazenen zur Gewissheit durch die mit kufischen Inschriften vermischten Orna- 
mente, welche sich auf den noch vorhandenen Gewändern deutscher und französischer Edelleute des 
10. und 11. Jahrhunderts finden. Die Abbildungen von spanischen Kriegern in einer spanischen 
Handschrift vom Ende des 11. Jahrhunderts (27. 2541), sowie ein spanisches Siegel vom Anfange 
des 12- (27. 24) bestätigen die Uebereinstimmung der spanischen mit der normannischen Kriegertracht 
auf dem Bayeuxer Gobelin. Von den normannischen Schilden, welche unsern Papierdrachen ähnlich 
sahen, Wird uns ausdrücklich berichtet, dass sie den Schilden der auf Sicilien heimischen Sarazenen 
nachgebildet worden Segel-L
        

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