Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1904662
sie zugleich um Hals und Schultern wanden und mit seinen Enden vorn und hinten herabfallen liessen 
(19. 1. u); im Volke wurde dieser Schleier nGuimpeln oder nWimpela genannt, in der Lateinsprache 
aber nThCflStflLlmK. Neben dem Mantel war-noch wie in römischer Zeit als Schutz- und Reisekleid 
die ringsum geschlossene Pänula üblich (19.13) und die altgallische Kapuze mit dem über die Schultern 
fallenden Kragen (19. 12). Eine Buchmalerei aus dieser Zeit lässt uns eine Frau begegnen, deren 
kurzer Umhang sich auf eine sonst nicht mehr dargestellte Weise angelegt findet (19. 10). Der 
Umhang, ein rechteckiges Zeugsttick, liegt auf der linken Schulter, mit seinem unteren Saume den 
Ellbogen berührend, läuft über den Rücken hin, kommt unter der rechten Achsel wieder nach vorn 
und ist auf der Brust mit dem anderen Teile verhaftelt, während die beiden nach unten fallenden 
Ecken in den Gürtel gesteckt sind. Vermutlich ist dieser Umhang als der letzte Ausläufer der 
kurzen Chlamys zu Fie  ein durchgreifender 
betrachten, wie 1 2 3 4 Wechsel statt. Die- 
solche von den grie-   '  " 22-: 5er Wechsel Scheint 
chischenFrauensich f,   f  von den spanischen 
auf die römischen   f b? e" X und italienischen 
und gallischen ver-   D   X k Arabern veranlasst 
erbt hatte. DenKopf f   X    "l" und durch die Nor- 
schützt eineArt von (Ä       mannen nachFrank- 
gespitzter Kappe, H     1971),; reichverptlanztwor- 
deren lange Lasche      1!  den zu Seim Unter- 
um den Hals ge-  k  lr-i  1o    Oberkleid ver- 
schlungen ist.   1 V    langerten sich. Der 
Die Tracht im 75 6 lfrg: Zäh  43m l  Chainse, das Unter- 
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ist noch eine leicht  1  11  f  i"  Stält eines Priester- 
erkennbare Tochter IJQX   j  ' U  liehen Chorhemdes 
der im 10. jahr-  KO] T   I 14 an und führte am 
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die Wende dieser    X  man es beliebig ver- 
Periode hin fand be-    i l   y "X engen konnte (Fig- 
sonderg in dem An-       l  a! Zwirn J 8. 1). Zugleich stieg 
Zuge derMänner 15 16 17 is 19 das Oberkleid (Fig. 
 die Bliaud, fast bis auf die Füsse herab; es war gewöhnlich eng und wurde deshalb vorn oder an den 
Seiten von den Hüften an abwärts aufgeschlitzt (18. 1c. 19), überdies, um seine hinderliche Länge zu ver- 
kürzen, unter dem Gürtel heraufgezogen (18. 21). Der Gürtel kam niCht Selten in Wegfall; man schloss 
alsdann den Rock um den Oberkörper her durch Hafteln, welche an einem Schlitze im Kreuze sasscn (18. 12). 
Die Aermel waren gleichweit oder erweiterten sich nach dem Handgelenke hin und wurden hier ab und zu ein 
wenig aufgeschlitzt und zurückgeschlagen, um die Hände frei zu behalten (Fig. 8. 2). Aber die'Aer1nel 
wuchsen nach und nach über die Hände herab bis aufdie Kniescheibe; dann fing man an, ihre Trichter um- 
zukehren und dieselben am Handgelenke anschliessend, aber am Armloche weit zu machen. Leute, welche 
viel zu Pferde sitzen mussten, beliebten auch das Unterkleid rechts und links aufgeschlitzt, so dass beim 
Reiten die mit den weiten Kniehosen bekleideten Beine zum Vorscheine kamen. Sonst pflegte man 
diese langen Gewänder noch an allen ihren Säumen mit schimmernden Borten oder mit Pelzwcrk zu 
besetzen. Der viereckige Mantel kam allmählich ausser Gebrauch; der Mantel wurde Zunlcist nur noch 
in halbrunder Form beliebt oder in kreisrunder mit zwickelartigem Ausschnitte (Fig. 8. 1. 9) und 
häufig auf der linken statt auf der rechten Schulter verhaftelt, so dass der runde Teil den rechten 
Arm bedeckte und dessen Bewegung hinderte, eine Anlage, die ganz im_Widerspruche mit der Zeit
        

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