Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1904491
dem 12. Jahrhundert angehören. Unzweifelhaft beglaubigt durch eine goldgestickte Inschrift ist die 
sarazenische Herkunft des zweiten Mantels (Fig. 7); derselbe ist von hochrotem Purpurcendel und mit 
Taffet gefüttert; seine Stickerei ist in Gold und Perlen ausgeführt. Ein fruchttragender Dattelbaum 
in streng orientalischer Stylisierung teilt den Mantel seinerLänge nach in zwei Hälften; aufjeder Hälfte 
"befindet sich eine naturhistorische Darstellung, nämlich ein Löwe über einem niedergestürzten 
Kameele, das er mit mächtigen Tatzen gefasst hält. An seiner geraden Kante ist der Mantel mit vier- 
blätterigen Kleeornamentyen, am gebogenen Saume mit arabischen Buchstaben gestickt; die Mitte seiner 
Längskante zeigt einen flachen Bogenausschnitt für den Hals; an jedem Endpunkte des Bogens befindet 
sich die Hälfte einer Schliesse (14. s), die mit Filigran, Amethysten und Oesen besetzt; die Oesen 
wurden ineinandergefügt und mit einem hindurchgesteckten Stifte zusammengehalten. In St. Peter zu 
Rom befindet sich eine Dalmatika von byzantinischer Arbeit (14. 11), welche auf beiden Seiten und an 
der Unterseite der Aermel aufgeschlitzt; sie ist von schwerem blauem Satingewebe, in den Aermeln 
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weit und vorn ein wenig kürzer als hinten; in Gold- und Silberstickerei zeigt sie figurale Darstellungen, 
welche sich auf die Austeilung des heiligen Abendmahles beziehen, ausserdem Kreuze, Kreise und 
schwach stylisiertes Pflanzenwerk. Es scheint, dass dieses Gewand von den deutschen Königen bei 
ihrer Krönung in Rom getragen wurde und zwar statt des Mantels, wenn sie als Diakone in der 
Krönungsmesse das Evangelium sangen. Die Handschuhe; diese Sind aus kanminfarbigem Seiden- 
stoffe zusammengenäht und haben an der Handwurzel eine breite Borte von weissen Perlen und Schmeh- 
werk; von dieser Borte aus verästelt sich gleichmässig über alle Finger spätromanisches Laubwerk auf 
leichten Ranken. Die Strümpfe; auch diese sind aus karminfarbigem Seidenzeuge zusammengenäht, 
im Fusse glatt, im Schaft mit Vierpassrosen in Gold gestickt; es scheint, dass sie aus der königlichen 
Werkstätte in Palermo stammen. Dem Krönungsornate wurden auch drei Paar Schuhe zugezählt; 
von diesen sind zwei Paar abhanden gekommen und nur in Abbildungen erhalten geblieben Das noch 
vorhandene Paar besteht aus einem schweren hochroten Seidencendel und ist auf dem Rist, an der 
Ferse und unterhalb der Knöchel mit golddurchwirkten Borten besetzt; die Ristborte ist mit Edel- 
Steinen geschmückt, die ihrerseits wieder mit Perlen umzogen; die glatten Seidenteile sind mit schwer-
        

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