Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1904375
rohen Schildereien sind indess nicht als regelrechte Wappenbildßr ElufZUfaSSCn- Auf dCm TCPPiChC 
begegnen uns der Normannenherzog Wilhelm und seine vornehmsten Ritter mit Lanzen, an welchen 
kleine Fähnchen oder Wimpel hängen (6.12. 7. 1. (s. 11), die "Gonfalons" genannt wurden, oder 
mit Knütteln in der Hand (7. 2); ferner Bogenschützen zu Fuss und zu Pferd. Der normannische Sporn 
war derselbe wie der sächsische (7. 10; vgl. s. 12). Der Sattel hatte sehr hohe Vorder- und Hinter- 
pauschen (7. s. 4), die volutenförmig gebogen waren und das Kreuz sammt der unteren Brust des 
Reiters beschützten. (Ueber den Schiffsbau der Normannen siehe oben S. 5 und 12.) 
Die Normannen und Flamländer im Gefolge Wilhelms waren bekannt durch ihre Liebe für 
kostümlichen Aufwand; eine Mode drängte die andere, so dass bereits im I2 Jahrhundert die eng- 
lische Tracht sich gegen früher bedeutend verändert zeigte. Männer aus dem Volke trugen 
zwar noch immer nach Vätersitte den kurzen Knierock, Schuhe oder kurze Stiefel, die Kappe mit 
vorwärts geneigter Kuppe oder einen Rundhut mit Krempe, überdies bei schlechtem Wetter einen 
Mantel mit Kapuze, „Capa" genannt. Aber die Kleidung der Vornehmen war anders gewor- 
den; der kurze Rock hatte sich mit der Zeit immer mehr verlängert und erweitert, namentlich an den 
Aermeln (8. i); man zog auch zwei Röcke übereinander an (8. 2. s), von welchen der untere nicht 
selten auf dem Boden schleppte und mit seinen weiten Aermeln bedeutend über die Hände herab- 
fiel (8. 2). Gebräuchlich war eine Fütterung des Mantels mit Pelz. Mit der kurzen Tunika wurde ein 
Kapuzenmantel (Rhene) getragen, welcher so verengt war, dass er weniger einem Mantel als einem 
knapp anschliessenden Kragen glich (8. a); auch dieses Gewandstück liebte man mit Pelz gefüttert. 
Die 561114119 Fig. 2. Mode, welche 
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nem, eine liess man das 
Haar in ganzer Fülle wachsen und scheitelte es über der Stirne (8. s). Wem die Natur reiches 
Haar versagt hatte, ersetzte es durch eine Perrücke; die Perrücken datieren in England aus der Zeit 
des Königs Stefan. So mit langem Haare, weiten Hiessenden Gewändern, Schnabelschuhen und 
überdies ohne Waffen glichen die Angle-Normannen des 12 Jahrhunderts äusserlich in nichts 
mehri ihren Vätern, die aus der Normandie herübergekommen waren. Um die Wende des 12 und 
l3jahrhunderts verlor sich wiederum die übermässige Länge der Gewänder; man liess den unteren 
Rock bis an die Knöchel reichen oder knapp bis unter das Knie (G. 23. 25) und stattete ihn mit 
langen, anschliessenden Aermeln aus. Bei grosser Enge pflegte man die Aermel auf der Unterseite 
vom Handgelenke bis zum Ellbogen aufzuschlitzen und zum Verknöpfen einzurichten. Der Ueber- 
zieher war etwas kürzer aber weiter als der Unterroek (6. 2a), und hatte Weite Hängeärmel oder 
Aermel, welche nach hinten in einen Kragen übergingen, ausserdem eine Kapuze, welche bei 
schlechtem Wetter über den Kopf gezogen wurde. Der Mantel kam jetzt ziemlich selten und dann 
nur als Prunk- oder Reisekleid vor; häufiger eine Pänula, welche gleichfalls eine Kapuze hatte (6.  
und von den Schultern an nach abwärts aufgeschlitzt war, so dass man deren Vorderstück je nach 
der Witterung über die Schulter zurückwerfen konnte. Strümpfe und Schuhe wurden im 12 Jahr- 
hundert wie vordem getragen; beliebt unter den reichen Leuten waren Sandalen (Sotulares) mit 
Riemen von purpurnem Tuche oder vergoldetem Leder, welche von den Zehen an über das ganze
        

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