Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1904353
_borde, waren Klampen (1. 5G) festgebunden, 14 auf jeder Seite; an diese Klampen wurden Tauringe 
gehängt, welche zur Aufnahme der Ruder dienten (1. 59. 60); S0 IiCSS Sich v0r- und rückwärts rudern, 
ohne das Boot selbst zu wenden. Das Steuerruder befand sich ebenfalls in einem Seilringe 
schwebend hinten auf der rechten Seite; sonst hatte das Boot weder Mast noch Verdeck. (Ueber 
die weitere Ausbildung altgermanischer Boote siehe oben S. 5.) 
Die Tracht der Dänen vor deren Einfälle auf der englischen Küste bis zur Einsetzung 
ihrer Herrschaft unter Kanut dem Grossen war die skandinavische, von welcher wir oben geredet haben 
(S. 3. ff. 5. s. 10). Am beliebtesten, wenn nicht allgemein üblich, war, wie damals bei den nordischen 
Männern überhaupt, die schwarze Farbe, denn die Dänen werden in den Chroniken gewöhnlich "die 
schwarzen Dänen" genannt; selbst die Vornehmen erschienen bei festlichen Anlässen in schwarzer Seide. 
Als Leute, welche die See bewohnten, trugen die Dänen stets Matrosenkleider; indess gelangten sie 
mit der Zeit auch zum Tragen von Scharlach, Purpur und feiner Leinwand. Bei ihrem Einbruche 
in England trugen sie neben den schwarzen Röcken auch weisse und rote; nach ihrer Niederlassung 
aber und ihrem Uebertritte zum Christentume gaben sie die skandinavische Tracht völlig auf und nahmen 
dafür die Kleidung der Angelsachsen an (5.  Die Miniaturen lassen nur in der Anlage des 
Mantels eine Veränderung bemerken; der Mantel wurde unter beiden Geschlechtern obenher über 
die Brust mit Schnüren festgehalten, welche an den Enden bequastet waren (5. 4. s). Zur Zeit der 
Eroberung trugen die Dänen eine völlige, den ganzen Mann sammt Kopf und Füssen bedeckende 
Rüstung aus kleinen Schuppen (5. a); dieselbe war offenbar von Leder, da sie, soweit die 
Miniaturen es erkennen lassen, den Formen des Körpers angepasst und sehr geschmeidig erscheint. 
Den Kopf deckte ein etwas überhöhter Rundhelm mit Nasenberge. Der dänische Schild war von 
zweierlei Art, rund und halbmondförmig; der letzte glich völlig dem phrygischen Amazonenschilde, 
der Pelta. Der Schild findet sich in den Miniaturen gewöhnlich rot, bei den Häuptlingen aber weiss 
gemalt, bei letzteren überdies mit vergoldeten oder farbigen Ornamenten besetzt; diese Ornamente 
galten als persönliche Abzeichen und sind als die ersten Vorläufer der mittelalterlichen Wappen zu 
betrachten. Als Angriffswaffe liebten die Dänen vorzugsweise die Axt mit doppelter Klinge; auch 
mit dem Bogen wussten sie gut umzugehen; daneben führten sie noch Schwert und Speer. 
In dem kurzen Zeitraume zwischen der dänischen und normannischen Eroberung, während 
welcher die englische Krone an die sächsische Linie zurückgefallen war, lassen sich nur zwei 
nennenswerte Veränderungen bezüglich des Kostüms nachweisen. Noch ehe die Sachsen von den 
Normannen besiegt worden waren, hatten sie deren Moden angenommen. Sie bekleideten sich mit 
der normannischen Tunika, welche kürzer war als die sächsische, stutzten das Haar und rasierten 
den Bart bis auf die Oberlippe hinweg. Auch das Tätowieren war damals noch Sitte. Die zweite 
Veränderung betraf die lederne Rüstung (Corium, Corietum), welche die Sachsen, wie es scheint, 
ebenfalls von den Normannen annahmen; dieselbe wurde aus übereinander gehenden Lappen her- 
gestellt, welche in Form von Schuppen und Blättern zugeschnitten und mit verschiedenen Farben 
bemalt erschienen (G. 17. 18). 
Die Sachsen wurden eine Beute der Normannen, welche 1066 unter Wilhelm dem Bastard 
aus der Normandie herüberkamcn. Die beste bildliche Ueberlieferung der normannischen Tracht 
liefert uns der 212 Fuss lange Gobelin von Bayeux, welcher, wie man sagt, von des Eroberers Weib 
Mathilde selber roh aus farbigem Garne gewirkt worden. Ueblich waren damals, jenem Teppiche 
zufolge, bei den Männern eine Tunika, welche, ohne heraufgezogen zu werden, bis an oder 
knapp bis über das Knie, bei vornehmen Leuten bis auf die Füsse reichte (6. a. 5. 1. 20. 24), lange 
ziemlich anschliessende Aermel hatte und gegürtet wurde; ein rechteckiger, auf der rechten Schulter 
mit einer Agraffe oder Quastenschnur festgehaltener Mantel; Beinlinge oder lange Hosen mit Füssen 
daran, von den Normannen „Chausses" genannt; Binden, welche um die Unterschenkel gewickelt 
wurden und bei vornehmen Leuten in Quasten endigten; sodann Knöchelschuhe, später kurze Stiefel 
(G. 13), eine haubenartige Mütze (G. a.) und eine am Rocke befestigte Kapuze (6. 19). Leute, welche viel
        

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