Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1906109
Die europäischen Trachten seit dem Ausgange des 
I6. Jahrhunderts (bis 1840). 
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 ntwickeltc sich die westeuropäische Tracht in 
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pglxärlniwll    der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts vorwiegend in 
  deutschem Sinne, so geschah dies in der letzten Hälfte 
  1m Geiste der spanischen Grandezza. Der spanischen 
   Mode folgte im 17. Jahrhundert auf kurze Zeit wiederum 
  die deutsche; aber nachdem der dreissigjährige Krieg 
 CD seinen Totentanz durch Deutschland vollendet hatte, 
 gelangte mit den Franzosen auch deren elegant geschürzte Mode zur Herrschaft 
 und dieser blieb die folgende Zeit bis auf unsere Tage unterthan. Folgen wir 
 den Formwandlungen der einzelnen Gewänder mit einem kurzen Ueberblicke. 
  Als um die Mitte des 16. Jahrhunderts der Strumpf fast allgemein 
 zur Bedeckung der Unterschenkel verwendet wurde, schnitt man die Hosen unter 
 den Knieen ab und schnürte sie hier mit den Strümpfen zusammen; die Hosen- 
 beine glichen zwei weiten Säcken; aus diesen Säcken entwickelten sich um 1560 
Q? ß die vPluderhosenu; man zerschnitt nämlich die Säcke der ganzen Länge nach 
   oder nur im Oberschenkel in 4-6 Streifen (109. 1-4. s. 1. 9-11) und fütfßrfe 
  sie mit einer Uebermasse von dünnerem andersfarbigem Stoffe aus, der mit 
  M starken Bauschen aus allen Schlitzen hervortrat, häufig über die Unterschenkel 
i"   herabsteigend und oben die Hüften mit einem gesonderten Kranze von kleineren 
Bauschen umschliessend (109. 9. 11); auch aus der ausgestopften Schamkapsel liess 
man rechts und links einen Bausch hervortreten. Auf ein anständiges Mass beschränkt trug man solche 
Hosen vorzugsweise unter dem protestantischen Bürgertum (109. 1. 11); das katholische dagegen bevor- 
zugte die gepolsterten spanischen Hosen. Diese letzteren, mit ihren bügelartigen Streifen über der 
glatt gepolsterten kugeligen Futterhose, glichen den niederländischen Toneaux und wurden sHeer- 
paukenx genannt (10943). Nach 1600 beseitigte man die Streifen und verminderte die Polsterung, so 
dass die Hosen wieder Falten bekamen (114.  man nannte sie jetzt wSchlumperhosenr, wenn sie 
gleichweit, wPumphosenr aber, wenn sie unten enger Waren als oben, und ersetzte den Latz durch 
einen Schlitz mit Knöpfen. Die Pumphosen überdauerten die Schlumperhosen; sie Wurden unter 
dem Knie gebunden und hier an der Seitennaht häufig mit Knöpfen besetzt. Nach 1680 kamen 
Unterschnürung und Knöpfe in Wegfall; die Hosen blieben unten offen (l10.'5. 12); man verzierte 
hier den _Rand mit einem ziemlich breiten Spitzenbesatze oder mit hängenden Bandschleifen und
        

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