Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1906091
anliegender langer Schulterkragen von Pelz mit Kapuze (104. 4. s. aß. a6. a7). Zur Haustracht der 
höheren Geistlichkeit zählt noch eine Reihe von Gewändern in Mantel- und Talarfo m, rot, violett 
und schwarz. Als besondere Rangauszeichnung gilt der Hut. Von altersher trugen die Geistlichen 
Hüte, die meist von schwarzer Farbe waren. Innocenz IV. (1243-1254) zeichnete zuerst seinen 
Kardinallegaten durch einen rotgefärbten Hut mit niedrigem Kopf und breiter Krämpe aus, der 
mit zwei Schnüren befestigt wurde. Gegen Schluss des 15. Jahrhunderts heftete man unten im 
Knoten der Schnüre drei weitere Schnüre an (104. a1), verband diese durch drei Querschnüre und 
besetzte die Kreuzungspunkte mit Quästchen; die Anzahl der Quasten kennzeichnet heutzutage den 
Rang ihres Trägers; der rote Kardinalshut weist 15 Quasten in 5 Reihen auf. 
Benedikt von Nursia, ein Mann von gesundem Verstande, stellte um 515 für die Klöster 
des Abendlandes gemeinsame Regeln auf, wie solches etwa ein halbes Jahrhundert vor ihm Basilius 
von Cäsarea für die morgenländischen Klöster gethan hatte. Benedikt regelte auch die Kleidung, denn 
diese war zuvor beliebig gewesen (107. 2). Zur Mönchskleidung gehörte von jetzt an eine Aermel- 
kutte mit Gürtelstrick, sowie eine der alten Pänula ähnliche Casel mit Armschlitzen oder 
völligen Seitenschlitzen, die zu mehrfachen Armlöchern wieder verbunden wurden (107.  ferner 
eine Kapuze mit und ohne Kragen, die man auf die Kutte oder die Casel setzte. Dazu kam 
im 12. Jahrhundert ein breiter Zeugstreif, der ein Kopfloch in der Mitte hatte, so dass er, angelegt, 
über Brust und Rücken herabfiel; dies war das Skapulier (107. 41. Fig. 44.11); seitdem hörten die 
zu Armlöchern gebundenen Seitenschlitze auf. Das Haar wurde bis aufeinen Kranz tonsuriert(Iiig.44.1r1), 
der Bart nur einzelnen Orden belassen. Als Gurt diente ein mit Knoten versehener Strick oder ein 
Lederriemen; daran hängte man seit dem 13. Jahrhundert den Rosenkranz. Neben den Schuhen 
trug man Sandalen oder ging barfuss. Die Orden unterschieden sich voneinander durch die 
Farbe wie auch durch den wechselnden Gebrauch der einzelnen Gewandstücke; die Karthäuser 
waren die einzigen, welche Vorder- und Rückenblatt des Skapuliers beiderseits in halber Höhe 
durch ein breites Band vereinigten (107. 41). Weiss, Schwarz, Braun und Grau blieben die bevor- 
zugten Farben, die selteneren aber Blau und Rot. Nichts mit der üblichen Mönchskleidung gemein 
hat die Tracht der im Jahre 1534 gestifteten vGesellschaft Jesuc, der Jesuiten. DieserOrden mit 
seinem halb weltlichen, halb geistlichen Charakter, trug als weltliche Tracht die Tracht der Ge- 
lehrten und selbst der protestantischen Geistlichkeit jener Zeit (108. 21). Seine geistliche Tracht 
aber bestand aus einem langen vornherab völlig verknöpften Talare, der entweder allein getragen 
wurde oder zugleich mit einem langen offenen Ueberroeke mit sehr weiten Aermeln; ferner aus 
einer viereckigen, nach obenhin ausgeweiteten Mütze oder einem flachen I-Iute, dessen Krämpe 
gegen den Schluss des 16. Jahrhunderts nach oben gebogen und mit einer Schnur festgehalten 
wurde. Sämtliche Gewandstücke waren schwarz.  Auch die weiblichen Klosterleute, die Nonnen, 
trugen ursprünglich die Alltagstracht ihrer Zeit, nur legten sie über das Haar oder den Kopfputz ein 
Schleiertuch (107. e. 9. 11. Fig. 44. 14.  und verhüllten beim Ausgehen ihre ganze Gestalt mit einem 
langen Mantel. Nachdem ihre Tracht geregelt worden, bestand siein einer Kutte mit Gürt elstrick 
oder Ledergurt, einem Skapulier, einem Mantel, einem Busentuch oder Wimpel und einem, 
Kopftuch oder Weihel. Der Wimpel liess anfangs den Hals unbedeckt und wurde erst seit 
dem 16. Jahrhundert so umgenommen, dass er das Gesicht umrahmte und den Hals verhüllte._ 
Gewöhnlich war der eWimpel weiss, der Weihel schwarz; die Farbe der übrigen Gewänder richtete 
sich nach den Regeln, welche für die entsprechenden Mönchsorden giltig waren. Aebte und Aeb- 
tissinnen führten Krummstab und Brustkreuz wie die Bischöfe (107  15. aß. 41), die Aebte niCht Selten  
zugleich die Infel.  Die Kreuzzüge liessen auch ritterliche Mönehsorden entstehen, deren 
Abzeichen anfangs ein auf den Mantel geheftetes einfaches Balkenkreuz war-(107. 2a). AlS die Orden 
sich mehrten, machten sie sich durch die Form des Kreuzes, sowie durch die Farbe und auch 
den Schnitt ihrer Röcke und Mäntel von einander kenntlich (108. 21.. 28-110. a2).
        

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