Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1905871
war etwas länger und weiter, nicht selten vorn der ganzen Länge nach geöffnet, sowie oben mit 
einem niedrigen Stehkragen oder mit einer Kapuze besetzt; er blieb ärmellos (86. 2) oder führte 
Aermel in allen Formen, namentlich Sack- und Hängeärmel (86. 1a). Beide Röcke Waren StetS 
nach untenhin so weit, dass sie bei einer Gürtung sich faltig um die Hüften legten. Neben ihnen 
bediente man sich im letzten Drittel des Jahrhunderts auch eines der französischen Huppelande 
nachgebildeten Rockes (86. 10); dieser lag bis auf die Hüften herab an und hatte lange passende 
Aermel; man schloss ihn mit einem Gurt aus Leder oder metallenem Schartenwerk, auch mit 
einer Binde und selbst mit einer Zugschnur. 
Mannigfach waren die Formwandlungen des kurzen Leibrockes. In der Weite beliebte man 
diesen Rock sehr verschieden, so dass er sich bald durchweg oder nur nach untenhin faltig (SÜß-s. 
86.  bald völlig glatt um den Körper schloss (86. s); man machte ihn über die Brust herab ver- 
knöpfbar und in den Aermeln passend. Sehr gebräuchlich war in der ersten Hälfte dieses 
Zeitraumes ein Rock, welcher sich von den Schultern an allmählich erweiterte und mit einem Gurt 
um die Taille oder unter den Hüften faltig zusammenschieben liess (85. 4. s); häufig wurden die 
Falten schon vom Schneider gelegt und festgeheftet. Der Halsausschnitt war stets bequem; die 
Aermel waren lang oder halblang und von massiger Weite, zumeist jedoch im Unterarm anschliessend 
und im Oberarme weit und bauschig. Dieser Rock kam unter dem Namen nTabarron auch ohne 
Aermel vor, an den Seiten aufgeschnitten oder mit Armlöchern versehen, die so tief herabstiegen, dass 
der Gurt, selbst wenn man Fig 39 man ihh um die Taille her 
ihn tief unter die Hüften 1 a s s 8 abschnitt; die Naht Ver- 
setzte, vorn über den  m2 Q9523 1-3972 Eääßßn deckte man durch den 
Rock und durch die Arm-     Gürtel Eine Seltsame 
löcher hindurch hinten    ß "tätäääßti" Modehuneliesßden Rock 
unterdemselbenherlaufen   ß   ß XQVFV Ü Zuweilen glatt bis über 
konnte (85, 17, 2„ 36, 7).   4.  A  die Hüften herabsteigen 
Es kam vor, dass man    9  (86. 19), schnitt ihn am 
dem glatt anschliessen- W X   unteren Rand in lange 
den Rock einen faltigen 7'-     Spitzen aus, den P111111- 
Schoss ansetzte, indem 2 7 m n setzenden Schoss aber in 
breitere oben abgerundete Zacken (Fig. 39.1. 2) und fügte diese Zacken in die entsprechenden Aus- 
schnitte des Leibes. Röcke dieser Art hatten einen tiefen Halsausschnitt und lange, weite, an den 
Achseln bauschig ansteigende Aermel mit einem Loche für den Arm vorn in der Mitte. Noch 
wunderlicher verfuhr die Mode mit einer anderen Abart des kurzen Leibrockes, welche vielfach 
von vornehmen Leuten benutzt wurde, wann sie ausritten; sie liess den Rock, wie auch dessen 
Aermel steif und faltenlos wie eine Glocke sich allmählich erweitern (87. 5), gab den Aermeln vorn 
in der Mitte ein Loch für den Arm und besetzte den Rock untenher wie auch an den Achselnähten 
und hinten über die Aermel herab mit einem Walde von Zaddeln. Schier unerschöpflich zeigte 
sich die Mode in den Formwandlungen dieses Reitrockes (86. 11. 87. a. 4), so dass die Feder solchen 
Launen gegenüber den Dienst versagt. Kriegsleute verkürzten den knappen Rock bis zum Wams 
und dieses lag bis zum Handgelenke so fest am Körper, dass es mit den engen Strumpfhosen, die 
an seinen unteren Rand festgenestelt wurden, aussah wie eine zweite Haut (86. 21) und das Spiel 
der Muskeln erkennen liess. Das Wams wurde vorn herab verschliessbar gemacht, häufig auch in 
der Achsel und Armbeuge völlig zerschlitzt, sowie hinten am Unterarm und über dem Unterfutter 
verschnürt. Beliebt namentlich unter jungen Leuten war eine dem deutschen Scheckenrock ähnliche 
Jacke; glatt anliegend am Oberkörper hatte dieselbe einen kurzen faltig angesetzten Schoss und 
Aermel, die oben bauschig, im Unterarme aber festsitzend (86. 1a) oder S01Che, die durchweg Weit 
und mehrfach geschlitzt waren. Die Jacke hatte einen grossen, häufig dreieckig bis zum Gurt herab" 
steigenden Ausschnitt, den man mit einem feinen zierlich gefaltelten Brustlatz ausfüllte(86.1e); den
        

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