Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1904301
aus Weidengeflecht mit einem Ueberzuge von Tierhaut hergestellt, später aus Erz oder einem 
dünnen Ueberzug von Erz; er hatte einen hohlen Buckel für die Hand undeinen Schmuck von 
concentrischen Kreisen mit Buckeln und Nägeln (3. 25). Der Schildnabel wurde auch dann noch bei- 
behalten, als man den Schild an den Arm zu streifen pflegte (4. 2. 4). Ein im Flusse Witham gefundener 
Schild gleicht dem rechteckigen Skutum der Römer (3. 26); er ist auf dem Buckel mit Karneol, sonst aber 
mit einer Mischung von römischen und barbarischen Ornamenten in vergoldeter Bronze ausgestattet. 
Die wetterharten Stämme des schottischen Berglandes, die Pikten und Skoten, 
schlangen sich ein Stück gewürfelten Zeuges (Kilt) so um die Lenden, dass es den Körper bis zu 
den Knieen bedeckte (4. 2). Bei grösserer Fülle wurde das Zeugstück der Länge nach auf die 
Hälfte zusammengelegt, zuerst um den Leib gewickelt und dann mit dem Rest über die linke 
Schulter geworfen; so trug man es noch zur Zeit der Königin Elisabeth (4. 4); es hiess „irländisches 
Hemd" und war von safrangelber Farbe. Zum Schutz des Fusses diente ein Stück verschnürten 
Leders. Während die dänischen und sächsischen Trachten im Tiefland um sich griffen, hielten sich 
die Hochlandsbewohner, die gälischen oder wilden Schotten, fern von den verhassten "Sassenaghs" 
oder Sachsen. Mehr als tausend Jahre hindurch geschieht der schottischen Tracht fast keine Er- 
wähnung, weder bei Chronisten noch bei Reisenden; nur durch zerstreute Notizen gelangen wir zu 
einem kleinen Mass von Kenntnissen über die schottische Tracht. Es ist kein Grund zum Zweifel, 
dass dieselbe aus Mantel, anschliessender Jacke und Hosen bestanden habe. Die Armen gebrauchten 
Stoffe in Schwarz und Weiss, die Reichen in bunten Farben; die Anzahl der Farben richtete sich 
nach dem Range des Trägers; dem Könige kamen sieben Farben zu, dem niederen Adel vier, 
dem höheren fünf; Bauern und gewöhnliche Kriegsleute mussten sich an einer Farbe genügen lassen; 
die niederen Führer hatten zwei, die Häuptlinge der Clane drei Farben. Blau war schon frühe 
die Lieblingsfarbe der Schotten, doch bediente man sich auch gern der Stoffe in Grün und Schwarz 
mit roten Streifen. Der Hochlandsplaid, mit dem richtigen gälischen Ausdrucke „Breacanfeile" d. i. 
„buntscheckige Decke" genannt, war ein grosser Mantel, welcher um den Körper fest gegürtet 
wurde; vor Alters farbig, wurde der Plaid gegen Ende des Mittelalters braun von der Farbe des 
Haidekrautes beliebt. Die Hosen, ein wesentlicher Bestandteil der Tracht unter allen keltischen 
Stämmen, hatten auch bei den Schotten, aber nicht durchweg, Aufnahme gefunden; dieselben waren 
gestrickt wie Strümpfe oder aus gewürfeltem Wollenzeuge (Tartan) hergestellt, genau anpassend und 
der Länge nach befranst. Statt der Hosen trug man auch gewürfelte Strümpfe, welche die Kniee 
freiliessen, oder um die Waden gebundene Gamaschen (4. 2), Kleidungsstücke, welche man vermutlich 
von den Sachsen oder Dänen angenommen hatte; die Schuhe bestanden aus ungegerbtem haarigem 
Leder. Uralt ist der Gebrauch, am Gürtel eine Tasche (Sporan) in Gestalt eines indianischen 
Beutels zu tragen, und zwar vorn auf der rechten Seite (4. a). Der alte Lendenschurz, der Kilt, 
hat sich erst in ziemlich später, aber nicht mehr bestimmbarer Zeit in ein unserem heutigen Frauen- 
unterrocke völlig gleiches Kostümstück sowie in eine Weste geteilt und" verwandelt. Der Rock 
(Feile-beag) wird bis unter die Arme heraufgezogen und gegürtet (4. a); in der elisabethischen Zeit 
war die Weste an jedem Armloche mit einem breiten Flügel ausgestattet, welcher auf der Hinter- 
seite des Armes über die unmässig weiten Acrmel eines weissen Hemdes herabfiel (4. 4). Der Ur- 
sprung der jetzt gebräuchlichen flachen Tuchmütze ist unbekannt. Von der weiblichen Tracht 
der alten Schotten sind nur geringe Spuren vorhanden. Das weibliche Geschlecht bediente sich des 
Schurzes gleich den Männern, oder eines langen, um die Hüften gegürteten Rockes und eines 
Mantels, welcher auf der Brust mit einer Schnalle festgehalten wurde. Unterröcke und Hosen (Ossan) 
wurden nur unter solchen Frauen üblich, die weniger treu an der alten Sitte hingen. Mit einem 
Stirnbande umwanden die Mädchen ihr frei herabfallendes oder an den Schläfen in lange Locken 
gedrehtes Haar; Frauen legten einen Schleier (Cureh) darüber, welchen sie unter dem Kinne ver- 
knoteten. Zur Zeit des römischen Einbruches tätowierten sich die Bergschotten am ganzen Körper. 
Ihre Waffen waren dieselben wie bei den Kaledoniern und Bretonen; später nahmen die im Flach-
        

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