Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1905309
desto schmäler und weniger geschlitzt die Krämpe. Kaiser Karl V. und seine Familie sowie auch 
die gleichzeitigen Fürsten trugen ganz flache Barette mit schmaler, ungeschlitzter und wulstig 
aufgestülpter Krämpe (50. s. 4. Fig. 24. 16); sonst aber zeigte das Barett des ritterlichen Standes eine 
breite gesteifte, doch gleichfalls ungeschlitzte Krämpe, die nicht zurückgeschlagen war, sondern wag- 
recht abstand. Dieses Ritterbarett wurde aus zwei gleichgrossen, kreisrunden Filzstücken her- 
gestellt, welche man an ihren Rändern über einem eingelegten elastischen Reife zusammennähte. 
In dem unteren Zeugstücke befand sich das Kopfloch und diesem Loche entsprechend auf dem 
oberen Zeugstücke ein niedriger flacher Kopf (F ig. 24. s). Dieses Barett hatte einen dunkelfarbigen 
meist schwarzen Ueberzug von Sammet oder Seide; am unteren Rande des Kopfes waren Strauss- 
federn eingesteckt, welche rundum über die Krämpe herabwallten. Da wegen seiner Flachheit dieses 
Barett nicht fest auf dem Kopfe sitzen konnte, so brachte man in seinem Kopfloche eine Art von 
Haube an, welche das  Fig. 24. vonderFraudieHaube; 
Hinterhauptumschloss 1 2 3 4 diese Haube nannte 
(Figur 24. a).  Der ,f q   man Kalotte. Die Ka- 
Schmuck der fürstli- s;     {Ä lotte erhielt nicht die 
chen Barette bestand  M4 "f? 93x   K: M;  grosseVerbreitung wie 
ausser den Federn in j 5  j i 6 [f ' Q s  das Barett; sie wurde 
Ketten und Gehängem  agfvgfillilßfzä  _v  zumeist nur von den 
in Portraitmedaillons, Qwül m m,    Ggzr  GYMSÄWU  wohlhabendenBürgern 
Edelsteinen und in  lln,  (a! j ("je 3., getragen und zwar mit 
Stickereien. Auch um- uwlw X  Äyuii  und ohne Barett (47. 
zog man den Rand der 10 Q 11  '12 18 A: M. " i" e" 2. 4. s) und häufig an 
Krämpe mit leichtem girhlä (e- in  Stelle des Hauskäpp- 
Flaume. i u  Alle M E chens (49. 1). Die Ka- 
Die in das Ba-  7 a 1 i  lotte, welche zur Be- 
 rlß fxf;('  
rett exngefugte Haube Mhß  festigung des Barettes 
führte bald zu der j  1"     16 diente, war enge und 
Gewohnheit, Hauben äiilifgzjrx l f  {Kg festanliegend,vonTuch 
ohne Barett zu tragen.    f f- f er; w! W oder Leder, glatt oder 
Wie dieFraudasBarett i;  ,  i;   mit bunt unterlegten 
von dem Manne, so e  a- (m   Sßhlitlßn; die LUXUS- 
übemahm der Mann 17 18 19 2" kalotte bestand aus 
Netzwerk sowie aus Seidenstoff mit Goldstickerei, unter dem Adel aus Silber- und Goldbrokat, und 
erschien häufig zu weiten sackförmigen Mützen umgestaltet und aufgebauscht (47. 2. Fig. 24. 11). Die 
Kalotte verschwand in den vierziger Jahren, als die Barette kleiner wurden und die eigentlichen 
Hüte mehr in Aufnahme kamen. 
Tagewerkende Leute, wie Bauern, Fuhrleute und Hirten, bedeckten den Kopf mit dem Hute 
oder der Mütze; dieser Kopfschutz wurde gewöhnlich aus Filz, kurzhaarigem Fell oder auch aus Stroh 
hergestellt. Es gab Hüte von cylindrischer und kegeliger Form, letztere mit abgestumpfter Spitze; 
die Hüte beider Formen hatten gewöhnlich keine besonders angesetzte Krämpe, sondern wurden 
am unteren Rande nach aussenhin umgeschlagen und in die Höhe gestülpt, entweder vorn oder hinten, 
je nach Bedarf (48. 5). Dasselbe geschah mit der etwas Hacheren Mütze (Fig. 24. 12. 1 a), die am unteren 
Rande rechts und links ein wenig geschlitzt war. Daneben gab es noch Hüte, cylindrisch oder 
kegelig, mit besonders angesetzter Krämpe, die entweder wagrecht vom Hutkopfe abstand (47. c. v), 
zuweilen am äusseren Rande etwas aufwärts gebogen (50. 21), oder rings um den niederen Kopf in 
die Höhe gestülpt war (50. s). Sehr verbreitet unter Bauern und Jägern, jedoch auch unter vornehmen 
Leuten, wenn sich dieselben auf der Reise befanden, war die K rag e n kap uz e (48. 5). Diese, von derbem 
Tuch oder weichem Leder, zeigte einen dem Kopf angemessenen runden Schnitt (Fig. 24. 14) und
        

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