Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1905230
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  M143 
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schlagen, dass eine ganze Rüstung nicht über vierzig Pfund wiegt. Die leichten Rüstungen waren für 
die Schlacht bestimmt; die Turnierrüstungen dagegen waren hiiuHg von solcher Schwere, dass sie 
Niemand langer als eine Stunde auf dem Leibe behalten konnte. Noch sei hier bemerkt, dass ent- 
gegen dem allgemeinen Glauben der Neuzeit, die walten Rittern nicht so stark waren, als es heute 
die Leute im Durchschnitte Sind; für einen wohlgebauten Mann unserer Tage würde sich selten 
eine mittelalterliche Rüstung finden, die ihm gross genug wäre. 
Der Schild wurde durch die Plattenrüstung nahezu überflüssig gemacht; ausser der hölzernen 
Turniertartsche gab es nur noch einen kleinen Rundschild, den man mehr der Form als des Schutzes 
wegen mit sich führte. Bei Belagerungen aber bediente man sich besonderer 5 Fuss hoher Schilde, 
der nPafesenu , welche 1.11; 23_ rechten Seite der Brust- 
teils vierkantig, teils nach 1 2 3 4 5 6 platte einen Rügthaken 
untenhin Spitz zulaufend B    an, in welchen man die 
und mitStacheln versehen j X111]! (grau 4-2177 Lanze dergestalt einlegte, 
waren, um sie in die Erde l  [UN M) g ä g ä E dass die Brechscheibe vor 
einstossen zu können; Sie N  {fix-Ü numqx  den Haken, die Hand aber 
waren von Holz, innen _  j h j y  hinterdenselben zu hegen 
mit Kuhhaut, aussen mit    Xl   waQag kam._DieSöldnertrugen 
Leinwand überzogen und zu (Es "  l 7m häufig noch Schuppen- 
bemalt. Die Schwerter Ü" t l  und Ringpanzer, offene 
erhielten oben am Grilfe [Ax X T E Hauben und Eisenhüte 
eine verjüngte Verlänge- f" Xsx  L  mit aufgestülpterKrempe 
rung, welche bequemer l 11  13  JE Z (vergl. 37.14). 
in den Eisenhandschuh      Wir gehen nun zur 
passte; die Griffe wurden  H] Tracht des 1G. Jah r- 
oft mitDraht umsponnen, i  h u n d e r t s" über. Die 
um dem Handschuh einen n  m kirchliche Reformation, 
festeren Halt zu geben.  welche den Menschen 
Der Sporn hatte einen   innerlich änderte, wan- 
langen Hals mit grossem   N delte ihn auch äusserlich 
Rade. Die Lanzen er- w?  um; wie ein Sturmwind 
reichten eine Länge von Ä f  fegte sie die narrenhaften 
vier Meter. Da es un- ,  i 21 Trachten des Mittelalters 
moglich gewesen ware, f; 20  hinweg und brachte in 
eine Stange von dieser  das Chaos der Formen 
Länge auch nur eine 1a   und Farben wiederum 
Minute in gleicher Lage w Einheit und Anstand. Es 
unterdemArmezu halten,  21 gäb bald nur l10C11 eine 
so brachte man auf der Fürm dCS ROCkCS, eine 
des Wamses, eine der Kopf- und Fussbedeckungen. Die bunten Farben verschwanden vor einer 
gleichmässigen Farbe und der Ernst der Zeit verstattete dem männlichen Antlitze wiederum den 
Bart. Gleichwohl kam die menschliche Eitelkeit nicht zum Stillstande; diese begann sofort ihr 
neues Spiel und übte es namentlich an den mannigfachen Schlitzungen und Puffungen der 
Männer- wie Frauenkleidung. Um Wiederholungen zu, vermeiden, scheint es nötig, diese Schlitze 
und Puffen vorerst genauer ins Auge zu fassen; denn hier griff bald wieder die grösste Willkür 
und Buntheit um sich. Besonders an Aermeln und Oberhosen tobte sich die Lust an Schlitzen 
und Puffen aus; man gab diesen Kostümteilen eine grössere Länge als die Glicdmassen erforderten, 
zerschlitzte sie ihrer Länge nach in gleichen Abständen und liess zwischen den Schlitzen das anders- 
farbige Futter, das einen UebCTSChuSS an Länge und Breite hatte, hervorblicken; indem man
        

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