Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten
Person:
Hottenroth, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903869
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1905200
sich der Mode entsprechend, doch trugen sie bei der Arbeit kürzere Röcke als die Stadtfrauen 
(Fig. 22. i.  Im Ausputze suchten es die Bauern beiderlei Geschlechtes den Städtern gleich zu 
thun, so dass ein Reichstagsabschicd vom Ende des 1:3. Jahrhunderts ihnen geradezu verbot, Gold, 
Perlen, Sammet und Seide sowie Kleider aus verschiedenfarbigen Zeugen zu tragen, überhaupt Tuch- 
sorten, von welchen die Elle einen halben Gulden koste. Die Tracht der öffentlichen Dirnen 
unterlag gleichfalls nach Ort und Zeit verschiedenen Regelungen; nach einer Berliner Verordnung 
vom Jahre 1486 mussten die Dirnen ihren Mantel über den Kopf nehmen oder sie durften sich 
nur kurzer Mäntel bedienen. Den Scharfrichtern und Gerichtsboten (43. a) kamen rote 
Kleider zu, dem Scharfrichter ausserdem ein hoher weisser Hut mit einer langen roten Hahnen- 
feder oder ei- Fig_ ZL Chemalswaffc 
ner schmalen  ging in  dientedenNar- 
roten Binde,    i  k,  ren ein Kolben 
deren Enden      "l z; i  (5" ) Die 
       aß  i: x  P4 0' H  
frei herabhin 7,; J_ AR s i,  {T  X  Ratsherren, 
gen; Statt deS  wrl "    I'll namentlich der 
Hutestrugder- ffK,    i]  QL   Grossstädte, 
selbeaucheine Ä i   1'  i i" l  x machten sich 
Welsse Haube (  xlääq   X ill ; h, Ä nach und nach 
und eine rote X  g, i: f. yt  einebestimmte 
Kapuze,deren 1 2 3- 1 hifg lgks 8  Amtskleidung 
Schweif sich zu eigen; die 
in einen Strick mit Fig. 22. Kölner Ratsherren gin- 
Quaste verlängerte. Die ((5x 3m W "Kai, gen seit der Mitte des 
Lustigmachrrr und ,g   2 M 15. Jahrhunderts in rot- 
Hofnarren schnitten  ff i ö  liiäyi 4 und SChwai-Zgeteiiten 
iilrespässein einer niög"   11-)  Röcken einher. Im all- 
lichst buntschcckigen _f _ I i] C  gemeinen kleideten sich 
Tracht; diese zeigte je- "Sßiiii?"     dieRatsherrenin dunkel- 
doch durchweg weite   1., i  farbige,zumeist schwar- 
sackförmigel-Iängeärmel     8 isiili-ßn (A? ze Gewänder von ein- 
(54. 1a), häufig nur einen,   ä Ixin  fachem Schnitte. S0 
unterhalb mitGlöckchen   ß   auch die Gelehrten; 
oder Quasten verziert  IQ  gib, das Hauptgewand der- 
und eine Schellenkappe Q   l' "o Q 3  selben war ein langer, 
mit Hahnenkamm samt 5 6 "Q1405 7 ' 9 -  massig weiter und rings- 
Eselsohren und Glöck- um geschlossener Tap- 
pert, in den Aermeln lang und ziemlich weit (54. 1), oben mit einem kurzen Brustschlitze, häufig 
auch mit einem kleinen stehenden Kragen, an den Aermelöffnungen und untenher mit Pelz besetzt; 
dieses Kleid pflegte man gegürtet und ungegürtet zu tragen. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde 
der Tappert vorn herab geschlitzt und so in eine Schaube verwandelt (41. ii), die gleichfalls an 
den Rändern mit Pelz und oben mit einem breiten Ueberfallkragen von Pelzwerk besetzt war; auch 
die SChaube trug man mit und ohne Gurt, dazu eine halbhohe, schirmlose Mütze, fes- oder sackähnlich 
(54-1- 60. 2). Richter und Aerzte gingen in Rot, Advokaten in Violett, die übrigen Gelehrten in 
SChWaYZ- Unter den staatlichen Würdeträgern bildete sich im Verlaufe dieser Epoche ein 
bestimmter Amtsornat heraus. Die Kurfürsten bedienten sich eines roten, zu beiden Seiten völlig 
Offenen Tapperts, der nach Belieben mit einer Kapuze versehen (43. 1. 21) und im Hinterstücke zu 
einer SChleppe verlängert war, durchweg mit Hermelin gefüttert und ebenso an den Rändern besetzt; 
dazu einer gleichfalls roten Mütze, die rund, mässig hoch, untenher mit Hermelin verbrämt, vorn etwas
        

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