Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Lützow, Carl Friedrich Arnold Universal Exhibition <1873, Wien>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1897234
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1898129
XI 
AEUSSERE 
UND 
INNERE 
DECORA1Zl0N 
I 
darüber ziehen sich lebendig componirte Kinderfriese von dem seit einiger Zeit 
in Wien ansäss1gen französischen Bildhauer Deloye hin; die Porträtmedaillons 
des Kaisers und der Kaiserin darüber arbeitete Donath; die von schön wallenden 
Gewändern umgebenen schwebenden Victorien der grossen Bogenzwicke1 lieferte 
der Vorstand der k. k. ErzgiesSerei Ponninger, und endlich ist auch noch das 
Ges1ms der kleineren Bogenhalle, welche in das Triumphthor eingefügt ist, mit 
zwei alleg0rischen Statuen der Austria und Hungaria von der Hand des talents 
vollen Heil m er geschmückt. 
Die drei übrigen Portale, welche nicht als Triumphbogen charakterisirt sind, 
sondern oben in der Segmentsorm der Hallendächer abschliessen, tragen eine 
nicht minder reiche plaPcische Decoration, die hier, bei der geschlosseneren Coms 
pos1tion des Ganzen, sogar eine noch opulentere VVirkung macht. Die Hohe des 
Bogens ist am Nordp0rtal mit einer Alleg0rie des VVeltverkehrs von Melnitzky 
ausgestattet, einer Gruppe von drei recht Heissig gearbeiteten weiblichen Figuren, 
die jedoch weder im Rhythmus der Linien noch in der Lebendigkeit der Behandlung 
dem Werke von Pilz gleichkomn1en. Viel gelungener sind die mächtigen Atlantens 
gruppen desselben Künstlers auf den segmentbogen der beiden Seitenportale. Den 
GreifengePcalten, welche die Giebelecken zieren, wäre etwas mehrKörper Zu wünschen 
gewesen. Von den übrigen massenhasten Details an diesen drei,Portalen begnügen 
wir uns, die s1tzenden a1legorischen Nischenfiguren von Preleuthner, GasIell 
und schmidgruber namhaft Zu machen. Den beiden Seitenportalen leiht vors 
nehmlich die glückliche Verbindung von plaPcischer und malerischer Decoration 
einen grossen Reiz. Die Malerei ist in einfachen bräunlichen und gelblichen 
Tönen gehalten und schmiegt sich mit ihren Rankengewinden, Bändern und 
Festons der Nischenform der Portale gefällig an. 
In den viel einfacher gehaltenen bildnerischen Schmuck der Kunithalle und 
der ,,Pavillons des AmateursU theilten s1chBenk, Mitterlechner und Hellmer. 
Von IsIrPcerem, einem Schüler Bauer7s und HähnelYs, rührt die schone allegorische 
Gruppe der drei Künste her Es. die Abbildung, S. 4IJ, welche über den vier Eins 
gängen der Kunsthalle sich wiederholt. VortrefHich stimmen dazu die hübschen 
wappenhaltenden Genien an den Ecken, von Mitterlechner. 
Ueber die minder gelungenen, in 9der Mehrzahl ganz decorativ behandelten 
Sculpturen am Kaisers und JurysPavillon eilen wir hinweg und gedenken schliesss 
lich nur mit zwei Worten noch der Colossalgestalten an der Maschinenhalle, Zeus, 
Aeolus, Pluto und Neptun, von Silbernagel. Nur die beiden Erstgenannten 
haben den rechten Ort ihrer Bestimmung, auf dem Süds und NordsGiebel des Mittels 
baues der Halle, erreicht und machen sich dort ganz imposant auf dem sonst völlig 
schmucklos gehaltenen Gebäude. Mit den scheu gewordenen Adlern des Zeus 
auf den Giebelecken wollen wir nicht zu Pcreng inls Gericht gehen. Aber ganz 
verwunderlich kommen uns der Unterweltss und Meeresgott vor, die many wir 
wissen nicht, aus welchem Grunde  nicht auf den beiden andern Giebeln, s0ns 
dem aussen am Boden zur Seite des westlichen Eingangs niedergesetzt hat, wo 
sie sich in der unmittelbaren Nähe der Dampilcrahne und sonstigen. Maschinen. 
ungeheuer wenig heimisch fühlen.  
Das Aeussere der AusPcellungsbauten trägt, als imitirter Steinbau, einen
        

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