Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Lützow, Carl Friedrich Arnold Universal Exhibition <1873, Wien>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1897234
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1903006
EXPOSlTION 
DES 
AMATEURS. 
I 
vorbringung bleiben, find sie beinahe immer ausgezeichnete LeiPcungen ihrer 
Gattung. Die Leuchter und ein Kä17cchen des Baron Rothfchild, die der Katalog 
der sufanne Court zufchreibt, find gute Beifpiele diefer Art. Das fehr einfache 
Formfchema erfcheint da im höchsten Grade belebt und abwechfelungsreich 
durch eine endlofe Mannigfaltigkeit der Zierrathen und Medaill0ns, die alle mit 
gleicher Sorgfalt durchgebildet, den juvelenartigen Reiz hervorbringen, der dem 
Stile der Emailkunft fo recht eigentlich angemeffen iPc  ein Ziel, das aber die 
modernen wie auch die alten KünPcler diefes Faches gar häufig verfehlen, indem 
f1e das Email für mehr als ein blofses Decorationsmittel und für eine wirkliche 
Gattung der Malerei ansehen. 
Die weiteren Schicksale dieser Technik im I7. und I8. Jahrhundert zu vers 
folgen, gab die Ausstellung nur wenig directe Gelegenheit. Das Email wird in 
dieser Epoche zu einem von allen früheren Leistungen wesentlich verschiedenen 
Dinge. Die Vereinfachung des bisher von der Limous1ner Schule beobachteten 
Verfahrens, die der Pariser Goldfchmied Jean To utin in Aufnahme brachte, indem 
er das Einbrennen von Metallfarben auf einer Emailunterlage weiter ausbildete 
und vervollk0mmnete, hatte zur Folge, dass durch diese leichtere, im Gelingen 
sicherere Weise bald alle anderen Gattungen des Emaillirens völlig verdrängt 
wurden. Das Toutin7sche Email gestattet zwar eine sehr miniaturartige Auss 
führung, in der es auch manche Meister sehr weit brachten, wie Petitot u. A., 
es hat aber nichts mehr von dem tiefen und satten Col0rit und der Leuchtkraft 
der alten Limousmer Werke. Die Malerei auf Porzellan, die im späteren Verlaufs 
des I8. Jahrhunderts auflcam und die den beinahe völlig gleichen Efsect auf 
dem so hoch in Ansehen stehenden Materia1e zu erzielen vermochte, hat bewirkt, 
dass auch die letzte Abart der Schmelzmalerei bald zu den verlorenen Künsten 
gehörte.  
An Metallarbeiten, die nicht der Goldfchmiedekunft im weiteren Sinne anges 
hören, hatte die AuSPcellung nur Vereinzeltes aufzuweifen. G0thifche Eifenarbeiten 
waren in wenigen, aber fehr vortrefflichen Stücken vorhanden, fo aus dem Mus 
feum zu Klagenfurt ein Thürfchlofs mit höchst feinen freigefchmiedeten 0rnamens 
ten, ein anderes aus der Stadt Gurkfeld in Krain ftammend. Den besten folcher 
Werke wohnt eine derartige bewufste Sicherheit und Eleganz, ja Nobleffe der 
Ausführung inne, dafs man wohl fagen kann: auch die gefchickten Schmiede 
jener Zeit haben mit wahrhaft künPclerifcher Empfindung den Hammer ges 
führt. Aus dem nahe verwandten Gebiete der Waffen erwähnen wir eine 
Dolchfcheide, die das M0nogramm des S0lothurner Zeichners, Holzfchneiders 
und Medailleurs Urfe Graf trägt. CKat. Nr. 84; hier iH,s I7. Jahrhundert vers 
fetztJ. Ein ähnlicher Dolch mit geätzten Darl7cellungen auf der Klinge und 
ebenfalls mit dem Mon0gramme Urfe Graf7s befindet lich im Bef1tze des Malers 
Makart in Wien.  
Noch weit weniger als irgend eine andere Gruppe von Kunftobjecten bildete 
das von alten MöbelPciicken V0rhandene ein unter einem gemeinfamen Gef1chtss 
punkte zufammenzufaffendes Ganze; doch befand f1ch darunter Einiges von hers 
vorragender Bedeutung, f0 dafs wir als getreue Chroniften deffen hier in Kürze 
Erwähnung thun wollen. Rechts und links vom Eingange in die öPcerreichifche 

        

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