Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Lützow, Carl Friedrich Arnold Universal Exhibition <1873, Wien>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1897234
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1902858
Uebers1cht zu beschreiben, zwingt uns, hier diejenige Betracl1tungsweife zu wzjh1.3n 
die das Bemerkenswerthe auffasst, wie es sich eben bietet. , 
In der österreichischen Abtheilung der Expos1tion des Amateurs, wie be. 
merkt, der reichsten von allen, präsentirte sich gleich beim Eintritte ein Theil 
der collection des inzwischen in Wien verstorbenen Baron Anselm von Rothfchild, 
des einzigen Sammlers, der in hervorragender Weise ausgestellt hatte. Die 
Sammlung Rothschild ist ohne Frage die reichste Privatsammlung von eigentlichen 
Antiquitäten  Gegenständen des Kunstgewerbes im weitern Sinne,  die 0esters 
reich und Deutschland aufzuweifen hat, und ihre sonst nur von VVenigen gekanns 
ten Schätze waren da zum grossen Theile zu sehen, freilich leider mit Ausnahme 
der überaus herrlichen Holzs und Elfenbeinschnitzereien, die man wohl mit gutem 
Grunde den feuchten Niederschlägen der Praterauen in den frisch ausgeführten 
Gebäuden nicht aussetzen W0llt6. V0k Allem zogen die Blicke zwei herrliche 
Rüststücke auf sich: das eine, eine prächtige italienische getriebene Rüstung, aus 
Sturmhaube, Brustharnisch und rundem Schilde bestehend, das andere, ein runder 
Schild, reich getrieben, mit überaus vollendeten Goldtauschierungen vom Meister 
Giorgio Ghisi geziert, von dem wir eine Abbildung beigeben. 
Die Kunst, das Eisen mit einer Art Incrustation von edlem Metall, Gold und 
Silber zu verzieren, gelangte wahrscheinlich vom Orient aus nach ltalien, oder 
kam wenigstens durch Anregung orienta1ischer Vorbilder zu neuer Aufnahme, 
denn schon aus dem Alterthume her  aus dem wir ja viele Beispiele von 
Silbers und Goldincrustation auf Bronze besitzen  mochte eine ähnliche tcchs 
nische Tradition stammen. Die Behandlung der Bronze ist übrigens von der des 
Eisens doch theilweise verschieden. Fav0ro della taus1a, alla damaschina oder 
all, azzemina nannte man diese Arbeit, die im Wesentlichen darin besteht, dass 
die 0bekfl;jche des zu verzierenden MetallcS LEifensJ durch ein spitzigcs Instrument 
in engen Strichlagen,feilenartig rauh gemacht, hierauf das Gold oder Silber in 
Fäden und Plättchen aus dieser rauhen Fläche mittelst des Schlages eines leichten 
Hammers befestigt, und schliesslich mit einem Polierstahl oder ähnlichem Instrus 
mente niedergedrückt und geglättet wird. So einfach diese Pr0cedur ihrem 
Wesen nach ist, so erfordert sie doch zur vollendeten Leistung eine grosse Uebung 
und Geschicklichkeit. Unter den italienischen Künstlern werden uns als hervors 
 ragende Meister dieses Faches genannt: Filippo Negroli, Antonio Biancar di, 
Bernardo Civo, u. a.; nur von einem von ihnen, von dem Venetianer Paulus, 
dem nach seiner grossen Geschicklichkeit in dieser Kunst der Beiname Agemis 
nius beigelegt wurde, ist bisher ein authentisches Werk nachweislich CGazette des 
BeauxsArts, IX, pag. 64J eine Cassette, die seine Namensbezeichnung trägt. Das 
Gegenstück hierzu bildet der oben erwähnte Schild des Giorgio Ghisi von Mantua. 
Unser Künstler ist identisch mit dem berühmten Kupferstecher, der im Vereine 
mit den übrigen Genossen der Familie, der er angehört, die einfachsedle und 
strenge Weise des Kupferstiches die Marcanton ausgebildet hatte, noch beinahe 
bis gegen das Ende des I6. Jahrhundertes fortführte. Er wird uns auch als hers 
vorragend durch seine Arbeiten in der Tauschierkunst gepriesen. Der Maler und 
Architekt Giovanni Bart. Bertano gedenkt in seinem Werke über die dunklen 
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, 
W II
        

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