Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Lützow, Carl Friedrich Arnold Universal Exhibition <1873, Wien>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1897234
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1902404
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nach vermögen wir auch ganz aufserordentlicl1e I.eiltungen nicht nur in der 
In1itation vo11 Oelgemälden und Miniaturen, fondern auch in jenen Mullerwerlcen 
zu c0nltatiren, welche in das Gebiet der Artitelctur, der Bautechnilc wie des Kunfts 
gewerbes einfchlagen. Die Firmen Dupuy und lsIangardsMauge brachten 
wohl das Bette zur Schau, was gemacht werden lcann. Des ErPceren Genrebilder 
und Thier1Itlclce find in. der Feinfiihligkeit der I1nitation ganz einzig in ihrer Art, 
und eine wahre Blun1enlefe n1oclerner Leistungen auf dem Gebiete der Chromos 
lithographie erblicken wir in den l7ublieationen des Letzteren. Die DarPcellungen 
des Genter Altars der Bruder van Eycls:, wie jener,kofilichen Initialen u. a. 
Dinge verdienen die volllte Bewunderung. Teltu und Maffin, Aeppel, 
Boulant d. Ae. und Morel reihen lich in würdiger Vertretung den Erlls 
genannten an. Allenthalben fanden wir die rafHnirtelten technifchen Mittel 
fowohl in der Behandlung der Zeichnung als in der des Druckverfahrens mit volls 
ftandigem Erfolge zur Anwendung gebracht. Daffelbe lafst lich auch von den 
Unternehmungen sagen, welche mehr der Gefchäftsn1äfsigkeit als den streng 
kunftlerifchen Normen Folge leiilen, wovon uns die Ausftellung von Berg in 
Marfeille,  Bognard d.  nebst Anderen Zeugnifs gaben. Es kann demnach 
mit Recht gefagt werden, dafs der gefällige franzoHfche Gefchrnaclc auch das 
allenfalls gebotene rohe Material beherrfcl1e, womit f1ch felbltverltandlicl1 die 
mitunter derbe Koft, eben durch die Art wie sie gereicht wird, in eine anmuthende, 
leicht verdauliche Speife verwandelt.  
Ganz merlcwiirdig gering vertreten fanden wir den Farbendruclc Englands. 
Da, wo namentlich in der In1itati0n des Aquarells fo Glänzendes lange fchon 
geleifiet wurde, wo die Verbreitung und Pflege der Chrun1olitl1ographie, uns 
terftt1tzt durch die mächtigen lslandelsverbindungen der Nation, die grofsartigs 
ften Dimenf1onen angenommen haben, wo demnach bei der fo aufserordentlichen 
Production ein Liberreicl1e8 Material Zur Verfügung gewefen wäre, hat man es 
unterlaffen, lich an dem allgemeinen VVettlcampfe zu betheiligen. Während derni 
nach Frankreich diefen Zweig der Kunst durch eine umfaffende Ausflellung feiner 
Productionen würdigte, fanden wir in der englife11en Abtheilung nur eine einzige 
Firma, J0hn B. Day, anfangs auf einem lJefcl1eidenen Platzcl1en nachPc einer 
         
Niagaras und strandsAnf1cl1ten, das Abendmahl von Lionardo da Vinci und 
irgend ein Repräfentationsbilcl, welches bereits durch Feuchtiglceit befchadigt 
war, ausftellte. Die Behandlung diefer unter Glas gebrachten Chromolithogras 
phien zeichnete lich, bei einiger an die Xyl0graphie erinnernden IsIärte.des Vors 
trags, durch grofse Präcif1on der Zeichnung, durch kninutios beobachtetes Aufs 
einanderpaffen der einzelnen Farbenplatten, wie Überhaupt durch die grofste 
Sorgfalt der Technik aus. Jedoch von all, den in der ganzen WVelt epochemas 
chenden Leistungen, welche wir feit einer Reihe von Jahren theils in den fo emis 
n6nt durchgefuhrten Nachbildungen berühmter alter Gemälde, theils in einer Uns 
maffe von grofsen, in breiter und ebenfo virtuofer Aquarelln1anier gehaltenen 
Anftchten aus Italien, der Schweiz, Schottlancl u. f. w., ferner in zahlreichen 
Thier1tticlcen und Landfcl1aften nach modernen englifchen Malern, endlich in den 
beliebten DarPcellungen aus der Rennbahn oder dein landwirthfcl1aftlichen Thiers 
 
 
 
 
 
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