Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Lützow, Carl Friedrich Arnold Universal Exhibition <1873, Wien>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1897234
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1901877
 
DIE 
sCHWEIZ, 
BELG1EN, 
HOLLAND, 
SKAND1NAV1EN 
ETC. 
Japanef1fc11e 
Bettdecke. 
befangenheit des Daseins, eine ed1ere Plastik der Körper entgegentritt, da sie 
hier mit Leichtigkeit schöne M0delle sinden, die ihnen die Heimath nicht bietet, 
haben die italienischen Bildhauer fast ebensowenig wie die italienischen Maler für 
die Schönheit ihrer eigenen Wirklichkeit Sinn. Nirgend finden wir bei ihnen eine 
einfache Ruhe des Dafeins, sie gehen überall auf das Pikante aus, f1e wiffen nur 
durch das Gezierte, Gefallfijchtige, lüstern sich Einschmeichelnde des Motivs Zu 
wirken. Den Reiz des Machwerks zeigen sie nicht sowohl im Nackten, als im 
Costüm, sie wetteifern mit dem, was nur Sache der Malerei fein kann, indem sie 
darauf ausgehen, die Stoffe des Anzugs, Linnen und WV0lle, Sammet und durchs 
sichtige Schleier, Spitzen und schnüre mit der denkbar grössten Realität und 
materiellen Wahrheit wiederzugeben, ebenso die Vegetation des Bodens, das 
Zottige Fell des Hundes oder den Strickstrumpf in der Hand des kleinen Mäd. 
chens, wie in zwei Kindergestalten von Zannoni. So wird auch das Netz in der 
Hand von Braga7s Fifcherknaben, das Gefieder der Hühner und das lange Haar 
der Ziegen in L0mbardi7s Thiergruppen mit rafsinirtester Technik dargestellt, 
Mit dieser gefallsüchtigen Ueberfeinerung ist Zugleich stets noch ein anderer Zug 
verbunden: eine auf die Spitze getriebene Sentimentalität des Ausdrucks. Beides 
gehört nothwendig zusammen, ohne diese krankhafte Steigerung des Ausdrucks 
würden die Gesichter neben den anfpruchsvoll und aufdringlich behandelten Eins 
Zelheiten und Nebendingen nicht zur Geltung kommen. So ist die Wahrheit des
        

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