Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Lützow, Carl Friedrich Arnold Universal Exhibition <1873, Wien>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1897234
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1901579
 
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DEUTScHLAND, 
OESTERRE1cH 
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Barbarifchen, ja des Brutalen, und diefen wird auch die Darstellung der 
Handlung felbft nicht los. Befonders gilt das von dem Könige Stepl1an Bath0ry, 
den die rufsifchen Gefandten um Frieden anslehen, diefe von wahrhaft thierifcl1er 
Rohheit, der König von Natur mifsgesIaltet un.d widerwärtig im Ausdruck, 
während die Befchw6rung der Union zwischen Polen und Lithauen unter König 
sigismund August CI569I immerhin durch die kühne Sicherheit imponirt, mit 
we1cl1er bei einer folcl1en Haupts und Staatsacti0n dramatifche Charaktere in 
Scene gesetzt find. Dafs ein Kunstwerk zum ästhctifchen Gefühl zu fprechen, dass 
es sich an das tiefere Empfindungsleben zu wenden habe, kam freilich Matej0 
nicht in den Sinn. Es ist etwas Eigenes um die historifc:hen Stoffe: sie sind dem 
Verfiändnifs des Beschauers nur mit Mühe zugänglich, f1e sind nur felten wahrs 
 
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haft ma1erifch günP1ig, f1e laffen durch die Bedingungen, die in ihnen liegen, f0 
iJelten das rein Menfchlicl1e, das wahrhaft Künftlerifche zur Geltung kommen; 
und wenn man das Goethe7fche Wort: odas Beste an der Gefchic11tc ist der 
Enthuf1asmus, den f1e erregt,cc auf die HiPcorienmalerei anwenden wollte, fo würde 
lich nur fragen, was für ein Enthuf1asmus denn gerade von der polnifchen Gcs 
fchichte herv0rgerufen werden kannP 
In keinem Saal der ganzen Kunftausfiellung trafen wir ein fo buntes Durchs 
einander wie in dem ungarjfchen: Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle, Kupfers 
fkiche hingen an denfelben WVänden. Oben fchloffen die Cart0ns von, L0tz 
und Moriz Than für den Fries im Treppenhaufe des National  Mufeums das 
Ganze ab. Beide find Schüler des verPcorbenen Rahl und haben f1ch hier in würs 
digen, edlen hiPc0rifchen Compof1tionen, die freilich keine hervorragende 0riginas 
lität verrathen, bewährt. Im Uebrigen merkt man bei Than in Stil und Farbe 
nur noch wenig von diefer Schule, mag er f1ch gleich in phanta1Iifchen wie reas 
 
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