Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Lützow, Carl Friedrich Arnold Universal Exhibition <1873, Wien>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1897234
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1900647
PLAsTlK 
UND 
MALEREl. 
wie ,,Rette, wer kannst fehlt es auch hier nicht. Von einer Benutzung des 
 Kataloges war Mangels einer Numerirung der Bilder selber keine Möglichkeit ges 
boten. CDie später auftauchende Nun1erirung stimmte nicht.J  Man sage nicht, dass 
dies Schuld der spanischen Ausstellungscommiss1on sei, die in ihrem ganzen 
Bereiche ein Labyrinth anstatt einer geordneten Ausstellung dargeboten hat. Die 
Kunstabtheilung hatte ihre eigene Verwaltung, und es wäre keine übertrieben 
grosse Mühe gewesen, wenn sich Jemand die Zeit genommen hätte, die 82 
Nummern spanischer Kunstgegenstände wenigstens in einer ebenso ungenügenden 
WVeise wie alles Uebrige zu katalogis1ren und ein paar Nummern anzuheften. 
Selbst mit dem Französischen scheint die officielle Katalogscommission auf 
einem sel1r gespannten Fus.se gestanden zu haben, und auch hier das eigene sprachs 
gefühl durch den Dämon der fremden Zunge verwirrt worden zu sein. Als Uebers 
schrift der KupferstichsAbtheilung in dem Verzeichnisse der Kunstwerke Franks 
reichs wird das französ1sche ,,GravuresU mit ,,GravirungenU übersetzt. Cln der Abs 
theilung der Schweiz steht an derselben Stelle ,,Zeichnende KünsteUlJ Rembrandtls 
,,Piece de cent FlorinsU erscheint, No. 1066, als ,,HundertguldenstückU statt 
,,HundertguldenblattU. ,,La femme adultereU, was bekanntlich die Ehebrecheri11 
heisst, wird unter No.852 ,,Das ehebrecherische WeibH. Die französ1sche ,,Societe 
de GravureU verwandelt sich  vor No. II56  in eine franzos1sche Kupfers 
stechersGesellschaft. No. 72 ist ein ,,Gelübde zur heiligen Anna.U No. 287 stellt 
den ,,guten 5amarit an erst dar, stricte Uebersetzung ohne Berücksichtigung der 
deutschen feststehenden Termino1ogie. Die falsche Namenform geht natürlich 
durch.  No. 295 war nicht ,,Die menschliche ThorheitU, sondern ,,Das Schauspiel 
der menschlichen ThorheitH zu benennen. No. I378 und 1379 sind ,,Denkmiinzen 
ans; etwas. No. I353 zeigt eine ,,Geu0fevasCape1leU; und so wird die Heilige 
noch unzählige Male geschrieben, einmal  No. I78  aber der Abwechselung 
wegen auch richtig. No. I384 sind ,,CariathydenU Lmehr Fehler in der Rechts 
schreibung des Wortes sind absolut unmöglichlI, No. I571 giebt es einen ,,A1stis 
medesU, und dergl. mehr. 
Auch die österreichische Manier, den abhängigen Genitiv an eine falsche stelle 
zu setzen, wirkt oft recht komisch, wie z. B. wenn No. II6o als ,,Bruchstück eines 
Bildes in Wasserfarben des CorreggioU erscheint. Uebrigens sind auch schätzbare 
Entdeckungen auf dem einst ergebnissreichen und hier wieder mit Nutzen betretenen 
Wege des der Unwissenheit günstigen Zufalles gemacht worden: Unter No. 25 
wird als Quelle über den Tod des Sokrates statt des bekannteren Phaedon der 
bisher leider noch nicht herausgegebene Phedrus nachgewiesen, noch dazu mit 
dem Zusatze ,,oder über die seeleH.  Nach No. 514 exisiirt im Vatican ein 
,,saal des MarktbrandesH.  Bei No. 556, einem Ki,rchensInterieur, lesen wir: 
,,Die alten Weiber auf dem Platze Navone a Cheisst bekanntlich im 1talienischen 
,,hatUJ Santa Maria della Pace, RomHU Richtig wäre: ,,Die alten Hokerinnen von 
der Piazza Navona in Cder nahe gelegenen Kirche; S. M. della Pace.U  Durch 
No. I317 lernen wir ,,Christus im Vorhimn1elU kennen; das wird wohl wieder 
ein neues Dogma gebenl Neu ist auch No. 1I45 ,,Der h. JohannH. 
Auch manchen Künstlernamen bekommen wir in merkwürdigen neuen F ors 
men zu hören: vor No. 2 ,,GleyerU sGleyrel, vor No. I20 ,,ZamaroisH CZatnacoisJ,
        

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