Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Lützow, Carl Friedrich Arnold Universal Exhibition <1873, Wien>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1897234
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1900002
n  H 
It .Y:iT;HDH 
DIE 
FRAUENARI3F.IT. 
Gräf1n Zi eh ysMetternich ausgeführt, zu nennen find. Die erfigenannten Arbeis 
ten beflanden in der lcunl7cs und gefchmackvollen Aufbefferung alter, fchwerer 
Seidengewebe, die durch gute sticlcerei und Umnähung zu reizenden Möbelst0ffen 
adjustirt waren; der 0fenfchirm war im japanef1fchen Style mit Schwung und Virs 
tuof1tät ausgeführt, und in der leichten grazi6fen Zeichnung gePcaltet, die mit 
wenigen kühnen Zügen eine ganze kleine XsVundermähr erzählt. Daneben waren 
die prachtvollen G0ldfkiclcereien der KunfUticliereifchule des Herrn Uffenhein1 er 
zu Innsbruclc, ein Shawl von Baronin Paula I3ül0w gezeicl1net und geknickt, einige 
Tifchteppiche in tadelloferAusful1rung, eine Mappe von C1e1nentine Kohnb erger 
eine anmuthige Arbeit, ein blühendes lclyll in fchin1mernder Seide, einige Kiffen 
in verfchiedenPcer Decorati0n, Fächer, Kleider, Schirme, Bänder, vieles darunter 
ganz ausgezeichnet gut, manches nicht eben beffesr als die Mehrzahl folcher Arg 
beiten, weniges, das nicht dem Plätzchen zum Schmucke gereicht hätte, an dem 
wir es zur Schau gestellt fanden.  
Neben dem fchimmmernden Gepränge der Buntftickereien, der Arbeiten in 
Gold und Seide, glänzte an anderer stelle ein anderes Gewebe in feinen, weissen 
Fäden, eine der kölklichften, vornehmPcen Frauenarbeiten, von der wir bisher in 
jedem Lande einzelne Proben gesehen. Es waren das die Spitzen, die sich hier in 
der 0eiterreichifchen Ausfiellung in befonders grofser Zal vertreten fanden. Auf 
Kiffen, auf Bordüren, auf Fächern, auf Schirmen, als durchlichtige Kanten, auf 
 Kinderlc1eidern, auf Mützen und Jäckchen, in den mannigfachsten Arten der Technik, 
in p0intslace, in venezianer Guipure, in point de Rome, als irifche Spitze, als 
dicht gefügte Kl6ppelfpitze, in den zarten points d7aiguille und als weltberiihmte 
bruffe1er Spitze erfchien das feine Gewebe, und lag bald in weichen Falten über 
dem feidenen oder fammtenen Untergrunde, oder hing wie aus Duft gewebt, in  
hunderten von Blijthchen und Arabesken als zarter, durchsichtiger Schleier hinter 
den Glasfcheiben der Schränke. Die Spitzen gehörten zu dem Vorzüglichsten, 
das die Ausstellung gebracht hatte, und namentlich in den venezianer Guipuren 
fanden lich einzelne 0bjecte von ganz vortrefflicher Zeichnung. und tadellofer 
Ausführung. Zu dem Besten, das hier zu nennen ist, zählte die Arbeit der Schwes 
ftern Cargnielli, ferner die von OpuichsF0n tana, und die des Wiener Frauens 
ErwerbsVereines, welche letztere die schwungvo1lfie und anmuthigfie Zeichnung 
aufwie5. 
Eine Arbeit welche in gleicher Menge wie die Spitzen vorhanden war, die 
aber durch ihre F.rfcheinung nicht daffelbe glänzende Zeugnifs für die ins 
dufkrielle Thätiglceit der Frauen abgab, waren die kleinen Frivolitäten, die 
Sternchen aus feiner, weifser Baumwolle gefügt, die hier ebenso wie die gläns 
7.ende, vornehme Spitze auf Kiffen, Decken, Vorhängen als Bordtiren erfchienen, 
ficl1 an die Taschentücher als Ränder fügten, auf Krägelchen, Manfchetten, schirs 
men, auf T 0ilettegardinen, auf Nadelpolfiern, auf Häubchen, Bändern, alluberal1 
einfanden, wo lich ein folches, wenig charakteriPcifches Zierwerk befestigen läfst. 
Gedankenlos gefchaffen, ohne befonderes Merkmal, ein Spielzeug zwischen den 
Fingern, vergänglich wie wenig andere Arbeiten, zeichnete11 lich die unzähligen 
Frivolitätengebilde durch nichts als durch den mehr oder weniger feinen Faden 
vor einander aus, und empfahlen lich durch wenig mehr als durch die tadel1ofe 
il 
il
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.