Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Lützow, Carl Friedrich Arnold Universal Exhibition <1873, Wien>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1897234
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1899340
O 
M0ltke,s 
P0rtri1itme c1ail1o11 
H 
oder die Kräfte zur Ausführung fehlen. Während andere Staaten durch die Bes 
engtheit des Raumes gezwungeniwaren, auszufcheiden und minder Bedeutendes 
zu Haufe zu lassen, hatte das alles in der öfterreichischen Abtl1eilung ungehindert 
Aufnahme finden können und drückte das Gute. 
Nichtsdestoweniger erkannte man Zweierlei mit Bestimmtheit, einmal übers 
haupt die Existenz des Lebens auf dem ganzen Gebiete der Kunstindustrie, eine 
neue, früher unbekannte Lust, Regsamkeit und schaffensfreudigkeit, und zum 
anderen, dass dennoch alles Gute und wirklich Neue in einer bestimmten Richtung 
lag, die mit gewisser confequenter Absicht verfolgt schien. Dass in diefer Richs 
tung vieles nur Versuch, vieles nur in der Tendenz gut war, liess sich ebensos 
wenig verkennen. Aber für den kurzen Zeitraum einesJahrzehnts, mit dem man 
die zweihundertjährige Dauer der französischen Gefchmacksherrschaft vergleichen 
mag, ist auch das schon Hoffnung erweckend. Und noch Eines ist zu bemerken: 
sowohl die neue Richtung, die von der österreichischen Kunstindus7crie heute eins 
gefchlagen wird, als auch ihre Leistungen in derfelben find unabhängig vom frans 
zösifchen Geschmack, voi1 französischen Muftern. 
Wir haben demnach eigentlich die Ausstellung der österreichischen Kunstinss 
dustrie in zwei Theile zu fcheiden, in eine alte und in eine neue. Uns kann hier 
nur die letztere interessiren, da wir in unsrer gedrängten Uebersicht nur das. Hervors 
ragende zu würdigen im Stande sind. WVir begnügen uns daher damit, die Exis 
stenz eines zweiten Theiles und feines minder günstigen Eindrucks constatirt zu 
haben. 
Dass jene bestimmte Richtung, von welcher wir gesprochen haben, vorzugss 
weise jene der Renaissance ist, haben wir bereits früher in unferer Kritik des 
österreichischen Mobiliars angegeben. Dass es grade die Renaifsance ist, in wels 
cher die Reform sich vollzieht, das geschieht nicht aus irgend einer Pafsion oder 
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.