Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Lützow, Carl Friedrich Arnold Universal Exhibition <1873, Wien>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1897234
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1899295
DIE 
LÄNDER 
UND 
IHRE 
KUNsTARBE lTEN. 
einen neuen, aber höchst charakteris   ,   
stischen und in gewissem Sinne bereits    
glänzenden Industriezweig. Derselbe  
war auch mit einer Reihe von Auss  , 
stellern, Copeland, Minton, Das    
niell, Mortlock, R0yal Worces   , ils.  El 
ster Works, Wedgwood u. A.    ,  ; 
weit grossartiger vertreten als das    iJ,slW,    
Glas. VorwenigenJahren kannteEngs  I L    L, 
land nichts in Faiencen als sein ge.     W llWI   
wöhnliches weifsglasirtesTifchgeschirr; ;  zj;i ,  H W:  
heute versieht es Palast und Haus, M il    
Zimmer und Garten mit diesemfarbens Ä   M W,lWwJlllW   Hi 
prächtigen Luxusgeräth und belegt  7    law 
Wände und Fussboden mit den bunts       
glasirten Fliesen. Aber so ausgedehnt  
       
mannigfach ist auch das kunftlerische  
Genre. Die engiirche Faienceindustkie  . 
leistet heute alles, sie ahmt die schwies ,sHJ7,,k M    
rigsten Producte der Vergangenheit ;   llIl 
nach, die Majoliken wie die Henris   , l 
deuxsGefässe in all ihrer Zierlichkeit,    
iTeinheit und delicaten Technik; .6S  
ist ihr gelungen, all die mannigfaltigs  
sten Farben und Töne der chinesischen     
Faiencen, die zum Theil an Ort und :Ls H: W   
Stelle verloren gegangen nnd, wieder Stuhl an dem Alelier der Actiengesellschast 
zu ersinden: aber der Gebrauch, den ,,Reuaisrancess in Berlin. 
sie davon macht, ist keineswegs immer  
ein glücklicher. Härte der Farben und Disharmonie infder Zusammensetzung isi 
ein Fehler, der nur zu oft, namentlich bei den grösseren Gegenständen vorkommt; 
treue C0piEen, wie die HenrisdeuxsGefässe beiMinton, sind wundervol1 gelungen, 
aber die eigene Anwendung, welche die Fabrik von diesem zierlichen Genre für 
grössere Arbeiten macht, ist ebenso mifslungen. Der schlimmste Fehler, das ist 
die Willkür der Comp0s1ti0nen ohne Rücksicht auf Formenschönheit und Verstand; 
die widerhaarigsten Dinge werden barock zusammengestellt. Die englische Indus 
strie geht in solchen Bizarrerien viel weiter noch als der französische Geschmack. 
Das hindert nicht, dass es unter der Menge des Verkehrten auch zahlreiche he. 
wundernswürdig feine wie efsectv0lle Gegenstände gab.  
Die gleichen Bizarrerien liess das Porzel1an erkennen, ein Industriezweig, der 
sich gleich dem französischen vor der Uebermacht der Kuiiitsaiencen auf das feine 
zierliche Genre zurI;ickgezogen hat, was übrigens schon stofflich für das englische 
glas1ge Material allein angemessen ist. Da sah man Cbei Mortlock u. A.J Tasseii, 
bei denen die Henkel mit bunten Schleifen angebunden erschienen oder bei 
 
jj1. 
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