Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Lützow, Carl Friedrich Arnold Universal Exhibition <1873, Wien>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1897234
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1898793
 
WOHNU N GsAUsSTATTUN G. 
Teppich von 
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JameS 
Kidc1erminfter. 
Lehnen der Stuhle und den Platten der Tische ist auf goldenem Grunde mit 
Blumen aller Art, insbefondere niit bunten Tulpen naturalistiscl1 bemalt, dass wir 
uns erstaunt fragen, wann und woher denn dieses Mobiliar und diefer KunsIsiil 
nach Tunis gekommen find. Ohne Frage find diese Exeinplare achte Tuniser 
Arbeit, wenn wir auch nicht sagen können, wie weit ihre Art im Lande verbreitet 
ist. Ihre Entstehung oder vielmehr ihre Aufnahme in Tunis wird wohl noch in 
die glorreiche Epoche der SeeräubersIaaten fallen, vermuthlich in die Mitte oder 
in die zweite Hälfte des fiebzehnten Jahrhunderts, und dürfte nicht ohne Zug 
fammenhang mit Holland stattgefunden haben.  
Das Bild der tunifischen Wohnung n1ögen wir uns aus den ausgestellten 
Teppichen und zum Theil sehr originellen Portieren, deren. gestreifte 0rnamens 
tation uns an die Beduinenburnus erinnert, ergänzen. Es gilt das auch in Bezug 
auf die übrigen Länder des 0rients. so gering an Zahl die eigentlichen Möbel 
ausgestellt find  fie find ja auch selten und in den meisten Fällen unbedeutend 
im orientalifchen Wohngemach  so bedeutend ist die Ausstellung der Teppiche, 
Decken und verwandter Gewebe. Hier steht Indien, ,das uns sonst nur das g01d. 
glänzende Bruchstück einer fürstlichen Wohnung vsbr Augen führt, mit feinen 
blumigen Geweben in erster Reihe; ihm nahe hält sich Perfien mit feinen feins 
gemusterten, in ruhiger, aber satter Färbung gehaltenen Teppichen, während die 
Türkei aus ihren zahlreichen Provinzen von Europa und Afien, uns die maiinigs 
fachsten Gewebe gefendet hat, sowohl zur Bekleidung derWände, zur Bedeckung 
des Fufsbodens, wie als Portieren, als Reises und Gebetsteppiche bestimmt, die, 
so verschiedenartig fie find, doch durch das gemeinsame coloristische und orna. 
menta1e Prinzip sich alle als desselben Geistes Kinder zeigen. Diese Gewebe sind 
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II  H IF.
        

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