Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Lützow, Carl Friedrich Arnold Universal Exhibition <1873, Wien>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1897234
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1898738
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den Blick einwärts verfperren. Die übrige AusPcattung iPc unbedeutend, wir finden 
nur einen Kalten und ein niedriges, mit Perln1utter eingelegtes Tifchcl1en, eben 
hoch genug um bequem von den Liegenden benutzt zu werden, und daneben 
ein Meflinggefäfs, das als K0hlenbecken zur Heizung dient. 
Das alles ist aber Licht orientalifch oder türkifch. Minder gilt dies von dem 
Herrenfal0n, der, faPc reicher noch au5geftattet als der des Harems, bereits eine 
bedcnlcliche C0nceff10n an eur0päifche Form und eur0päifche Sitte zeigt. Er 
hat fogar einen Marm0rkamin Hatt des Kohlenbeckens, und in der Mitte steht 
ein Tifch von der Höhe des unfrigen. Das Sitzm0biliar ift allerdings mit 1coPc. 
barem orientalifchen G0ldPcoff iiberz0gen, aber Hatt des weichen, l10lzve1sachkeHdeH 
Divans hat es ganz die Form unfcrer Sophas und Seffel angenommen, mit h6ls 
zernem Geltell, mit Ruclcens und Arn1lel1nen, nur iit es, wie das die Sitte der 
Divans iPc, ringsum an den Wänden aufgePcellt, und nicht nach unferer Weise 
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Theefervice, 
silbernes 
Kopen11agen. 
cl1riftefen 
gruppirt.  Man ficht, der vornehme Türke civiliiirt Ach europäifch, abersdas Be. 
durfnifs fa1ongemäfser Convcrfation und geiftreicher Cauferie fcheint dem fchweigs 
kamen Manne noch nicht gekommen zu fein. Auch das m0derne Acgypten 
kennt bereits .fo1che eur0päif1rende Möbel, folche svon Holz c0nfkkuirte Sophas 
und anderes Geräth, wobei das Holzwerk, nur um etwas nationale Art zu bewahren, 
lich wohl mit eingelegter Arbeit, insbefondere auch mit Per1mutter schmückt. 
Ein koftbares Stück dieser Art, mit burnusartigern Go1dfioff überzogen, f1eht man 
in der. egyptilchen AusPce1lung. 
Weit mehr noch entfernt lich vom alten und ächten Orient das perfjfchc 
Haus oder der perf1fche Pavi1l0n, wie wir den Bau nennen wollen  in VVirklichkeit 
ist er weder das Eine noch das Andere. Das Fremde im türkifchen Haus war 
wenigstens Conceff1on an europäifche Art, wie der TLirke f1ch nach und nach 
europäifcher Sitte bequemt. Diefer f0nderbare Bau aber ift reine Phantaf1e, grade 
phantaiiifch und bunt genug, um eben für orientalifch gelten zu können, aber 
weder von Perfern gebaut noch nach penifchem Mufter. Man erzählt uns, d;z,fs 
der jetzige Schah von Perlien grofse Vorliebe für Spiegeldec0ration gefafst und 
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