Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit: Renaissance und Neuzeit
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1893108
Einundzwanzigstes Buch. 
der Verfasser des Decamerone die bekanntlich dem Orient entlehnte Geschichte 
von den drei Ringen erzählt, wird man ihn deshalb nicht jenes Princips des 
religiösen Indiiferentismus zeihen dürfen, aus dem heraus Lessing in seinem 
,Nathan dem Weiscn' jene Fabel verwerthete. Es entspricht dieser Lage der 
Dinge, wenn wir von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis tief ins 16. Jahr- 
hundert hinein die hervorragendsten Vertreter des Humanismus als Scriptoren 
und Secretäre in Diensten des Papstthums und des päpstlichen Hofes stehen, 
in hohe kirchliche Stellungen einrücken und selbst den Stuhl Petri einnehmen 
Humanisten sehen. Die Liste dieser Humanisten in päpstlichem Solde 1 beginnt mit Zanobi 
ääeflflääi di Strada, der 1358 bezw. 1359 Protonotar und Secretär der Breven wurde. 
Sie zählt die Namen eines Francesco Bruni (1365 bei Urban VI in Avignon), 
Salutato, Poggio (der um 1403 nach Rom an den Hof Bonifatius, IX kam 
und diesem Hofe bis 1453 diente), Lionardo Bruni (seit 1405 in Rom, 1415 
mit Johannes XXIII in Constanz), Antonio Boschi (diente von Gregor XII 
an fünf Päpsten, und war gleichfalls in Pisa und Constanz, dann Wieder 
bei Martin V und Engen IV bis zu seinem Tode 1441), Giacomo da Scarparia 
(um 1410), Benedetto da Piglio (unter Alexander V), Agapito Cenci 
de' Rustici (mit Johann XXIII in Constanz, dann bei Martin V und Engen IV, 
starb als Bischof von Camerino bald nach dem Tode seines Freundes Pius II), 
Bartolommeo Arregazzi da Montepulciano (unter Martin V und 
Engen IV, gest. 1429), Flavio Biondo (seit 1432 unter Engen IV Notar 
der päpstlichen Kammer, blieb bis an seinen Tod unter vier Päpsten im 
curialen Dienst), Ermolao Barbaro (Protonotar um 1437, starb als Bischof 
von Verona), Maff eo Vegio, der Dichter aus Lodi (seit 1441 unter Engen IV 
Datar  nebenbei gesagt, der Erste, Welcher sich auch dem Studium der 
christlichen Alterthümer zuwandte), Rinucci da Casti glione (unter 
Nikolaus V apostolischer Secretär), Georgios, Trapezuntios (unter Engen IV 
Secretär). Gleichfalls unter Nikolaus V sehen wir in päpstlichen Diensten Lio- 
nardo Dati (1450), Andrea Fiocco, Giannozzo Manetti (1451 aposto- 
lischer Secretär), Leone Battista Alberti, den grossen Theoretiker der 
Renaissance (in Rom 1451-4453), Aurispa (seit 1447), Lorenzo Valla, 
der 1448 apostolischer Scriptor wurde, obgleich er das Buch ,De voluptateß 
den Dialog über die Profession der Mönche verfasst, die Unhaltbarkeit der cou- 
stantinischen Schenkung nachgewiesen, die Mönche und die Inquisition Ver- 
spottet, und unter Engen IV als bedenklicher und frivoler Ansichten ver- 
dächtig sich in Rom nicht hatte sehen lassen dürfen; er starb, von Calixt 
zum päpstlichen Secretär ernannt, als Domherr am Lateran 1457. Auch 
Filelfo ward von Nikolaus 1453 noch zum apostolischen Secretär ernannt. 
Platina wurde trotz der Vorgänge unter Paul II und seiner Betheiligung 
an der ,Accademia Romanaf des Pomponio Leto doch von Sixtus noch 1475 
zum Bibliothekar der Vaticana ernannt (starb 1479). Der Humanismus des 
beginnenden 16. Jahrhunderts sah noch drei seiner berühmtesten Vertreter in 
der nächsten Nähe der Päpste und in angesehenen Vertrauensstellungen: 
Tommaso Inghirami (1470-1516), der, 1483 nach Rom gekommen, in 
jenen berühmten Aufführungen, die der Cardinal Riario veranstaltete, in 
Seneca's ,Hippolytus' "die Phädra spielte und diesen Namen bewahrte, von 
Alexander VI und seinen Nachfolgern bis auf Leo X in hohen Ehren ge- 
halten, von Iulius II zum Conservator der vaticanischen Bibliothek und des 
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