Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit: Renaissance und Neuzeit
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1895410
Frührenaissance. 
italienische 
Eingeweihten verständlich, eine Sprache, die jedem Vorwurfe der Revolte 
ausweicht und die doch mit eindringlicher Beredsamkeit den ganzen Schmerz 
der Christenheit über den römischen Hof ausspricht. 
Wir haben schon an einer andern Stelle (II 329) das Verhältniss dieser 
Kreuzigungsscene zu derjenigen Fra Angelicois dargelegt. Es bleibt nur noch- 
mals zu betonen, wie kein anderes Werk des Meisters so recht und voll die 
Eindrücke der träumerischen, der irdischen Thätigkeit abgewandten Stimmung, 
die sich unserer in Umbrien bemächtigt, wiedergibt. Ueberaus köstlich ist 
das Landschaftliche behandelt, von den beigeordneten Figuren sind mir die 
Gruppe rechts (Maria und der kniecnde Bernardus) am liebsten, dann der 
Johannes (neben Benedict), während ich die zu den Füssen des Kreuzes 
knieende Magdalena zwar gut, aber ziemlich theilnahmslos finde. Sieht man 
aber (las Ganze an, namentlich wenn man eben von dem benachbarten S. Marco 
Pinturicchio, 
Tod des h]. 
Bernhardin. 
Maria. in Araeeli zu Rom. 
Alinari.) 
kommt, so fühlt man rasch, wie weit Perugino doch an echter, tiefer re- 
ligiöser Empiindung hinter Fra Angelico zurücksteht, wie wenig hier die Rede 
ist von einer Alles hinreissenden innern Ergriffenheit. Diese Figuren stehen 
hier, bezaubert von dem, was sich da für das Heil der Menschheit begibt, 
aber sie haben selbst wenig erlebt, sie machen sich, nachdem sie das U11- 
geheure geschaut, nicht auf , um eine Welt zu erobern, wie die Dominicus, 
Franciscus oder Fra Angelico. Sie bleiben in ihrem süssen Umbrien und 
sprechen, nicht etwa nur vor der Verklärung, sondern selbst angesichts dieses 
schrecklichen Vorganges der Kreuzigung, ihr ,hic optimlc mrmzebivnush 
Bernardino Pinturicchio (1454-1518, eigentlich Bernardino dlßernardino 
Bette; nach einer sienesischen Urkunde von 1504.- hiess der Vater Benedetto  
di Biagi0)1, nach "Vasari Schüler Peruginds, in Wirklichkeit wol mehr unter 
' VASAR] 
Memorie" di 
III 493.  
Bernardino 
G. B. VERMIGLIOLI 
Pinturicclxin, pitt. 
0011 appendice di documenti ed illu- 
 Pcrugia 1837.  Scnnmnsow 
perug. , 
strazlonl
        

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