Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit: Renaissance und Neuzeit
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1895376
aissance. 
von 1500 ab verführt ihn sein Ruhm und die ausserordentliche Nachfrage 
nach Hervorbringungen seines Pinsels zu einer fabrikmässigen Herstellung 
zahlloser, die Sammlungen Europas füllender Anclachtsbilder, in denen die 
stete Wiederholung der bis zum Ausdruck höchster Seligkeit und Hingabe 
gesteigerten Stimmung nur ermüdend, ja verstimmencl wirken kann. Immerhin 
erstehen auch jetzt noch hoch achtbare Werke, wie die Madonna zwischen 
SS. Caterina und Barbara in Wien (Duplik im Pitti), das Sposalizio (jetzt in 
Caen). Im Jahre 1508l9 sehen wir den Meister wieder in Rom, wo er in 
den Stanzen malte, banale Fresken, die Itaffael leider respectirte; 1521 
noch übernahm er die Ausführung von sechs Heiligen, die unter Raifaels 
Giovar 
ni Boccati, 
Throx 
de Madonna. 
xucui zu Perugia. 
Pinacoteoa Vam 
Ali nari.) 
Bilde in S. Severo zu Perugia Platz finden sollten, und bald darauf, 1523, 
starb er daselbst an der Pest. 
Peruginds Bedeutung liegt in dem Element der Farbe, das er der lloren- 
tinischen Schule zubrachte, und in der Betonung des Gesichtsausdruckes, der, 
unterstützt durch das Oval seiner Kopfbildung und den taubenhaften Schnitt 
seiner traumerischen Augen, an holdseliger Schwärmerei Alles übertrifft, was 
selbst Siena und Umbrien bis dahin gesehen hatten. Das dramatische Element 
fehlt fast Vollständig, die Gewandung ist conventionell, von einer den ganzen 
Körper ergreifenden Bewegung und Durcharbeitung ist keine Rede. 
Es knüpft sich an Peruginds spätere Thätigkeit eine merkwürdige Con- 
troverse. Die Monotonie und die handwerksmässige Wiederholung der Schilde- 
rung eines fast ekstatischen Seelenzustandes mussten die Frage aufwerfen, 
0b und inwieweit es dem Meister mit dieser Darstellung religiöser Ergriffen-
        

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