Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit: Renaissance und Neuzeit
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1895085
Zweiundzwanzigstes 
Welt- 
ge rich ts- 
bilder. 
Dein weltlichen Sinn des Quattrocento mochte das Weltgerielit kein 
Lieblingsthema seiner Betrachtung sein. Gleichwol hat Fra Angelico auch 
diesem Thema sich wiederholt zugewandt, was um so mehr auffallen kann, 
als seine Begabung und Geistesriehtung für die Schilderung des Dänionischen 
gänzlich unzulänglich war. Das früheste seiner Giudizii wird die kleine Tafel 
in der Akademie sein. Hier wie in den folgenden Darstellungen bewahrt 
der Künstler aus der hergebrachten Tradition den in der Mandorla thronen- 
den Weltenrichter; doch ist der Strahlenkranz hier rund, während er in 
den übrigen Bildern inandelförmig ist. Beibelialteii ist hier'in dem Minia- 
turbild auch noch die ganz horizontale Zonenabtheilung: oben sitzen die 
Apostel und Patri- 
.1  archen zu Gericht, 
        qxä an ihrer Spitze, wie 
i  1     immer, rechts die 
  t    .1 .     heilige Jungfrau, 
         links der Täufer. 
     ßi;   "QÜ    
       e.  In den grosseren 
         Weliserichßsul- 
j  i"!   Ü"    1   dern der Akademie 
          (für die Qhiesa degli 
            Angeli in _Florenz 
A;       Vaj.  gemalt; Fig. 111) 
i-     "   v und derGalßl-ic zu 
e       F Berlin (ehemals in 
          
 i? ü] w); N    Bonaparte, nachher 
  gji    i,   i  beiLord Ward, end- 
 '        lieh in Dudley 
l ä       i, House) wird die 
       7   Yione der Mit- 
"ifg   f  e, i, j   richtenden halb- 
   im    i. ß  1  f; kreisformig gebil- 
      '       det- Der Welten" 
     "   richter zeigt seine 
Fig. 110. Fra Angelieo Krönung Mariae. S. Marco zu Florenz. Wunden; hlel. In 
"mm Ammm dem kleinen Tafel- 
bild und in dem 
der Galerie Corsini zu Rom (dort auch mit einem Buch in der Linken) erhebt 
er wie in Pisa die Rechte, das Wundmal zeigend, aber zugleich drohend gegen 
die Region der Verdammten gewendet. Das kleine Tafelbild in der Akademie 
wiederholt auch den Zug des Pisaner Giudizio, dass ein Engel einen Ver- 
dammten mit Gewalt aus der Gegend der Seligen fortreisst. In Berlin sieht 
man im Hintergrund der Area der Todten auch den die Seelen scheidenden 
Engel. Den Glanzpunkt aller dieser Bilder bildet die Region der Beseligten 
und der sie führenden und jubilirenden Engel (vgl. Fig. 112). Dieser Tauz- 
lichen Oommentar begleitet. Dass es ein 
Werk Fies0le's ist, erscheint mir sehr wahr- 
scheinlich, obgleich ich, ohne das Original 
gesehen zu haben, ein definitives Urteil nach 
der Photographie zu geben Anstand nehmen 
muss.
        

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