Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit: Renaissance und Neuzeit
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1894809
Buch. 
Zweiundzwanzigstes 
der Grammatik, Logik, Musik, Astrologie und Geometrie am Campanile, Werke, 
in denen sich der rohere Naturalismus des Donatello als massgebenrl zeigt. 
Die Broncethüre an der nördlichen Domsacristei wurde zwischen 1446 und 1465 
in Verbindung mit Michelozzo und Maso di Bartolommeo geschaffen; inzwischen 
entstanden das Grabdenkmzil des Bischofs von Fiesole Benozzo Fedorighi 
(1456) in S. Trinita (Fig. 89) mit den ergreifenden Halbfiguren des Schmerzens- 
mannes, Maria's und Johannes, dann das Tabernakel in der Iürche von 
Peretola vor Porta al Prato (1442). Hatte Luca sich bis dahin in seinen 
Marmor- und Erzarbeiten als einen hervorragenden Künstler gezeigt, so ge- 
wann er mit der Cultivirung 
des glasirten Thonreliefs eine 
ihm ganz eigenartige Stellung 
in der Kunstgeschichte. Die 
 Leichtigkeit, mit welcher der 
 Stoff zu behandeln War, die 
 Durchsichtigkeit, die er schon 
 "F" g, " durch die Auflegung von 
"i  am, , m   Schmelzen erhielt, verbunden 
   mit der vorsichtigen, sich auf 
ff, f  wenige Farben beschränken- 
11', 3 den Anwendung der Bema- 
  lung, das Alles setzte Luca 
lt   in die Lage, die Eigenart 
r  seiner Begabung zu voller 
   Geltung zu bringen. Luca 
e_  s! war ein Mann von tiefer reli- 
i  giöser Geistesrichtung, ohne 
 Sentimentalität, ohne jedes 
Haschon nach Effect, einfach 
e und ruhig in seinem ein- 
gezogenen Dasein, wie er es 
mit seinen Neffen in dem 
Häuschen der Via Guelfa 
führte (Testament von 1471 
bei Gaye). Dem entsprach 
4 die prunklose Darstellung 
einer tiefen innerlichen Er- 
Fig. S6. Donatello, Broncecruciüx. S. Antonio zu Padua. griffenheitv wie Sie uns aus 
(Phot. Alinari.) seinen zahlreichen Andachts- 
bildern entgegontritt1. Auf 
die Entwicklung seineslStiles haben Ghiberti und Donatello Einfluss gehabt. 
Wenn er Jenem innerlich verwandter erscheint, so tritt in der Anordnung 
der mächtigere Geist des Letztern ihm doch fast gebietend entgegen. Müntz 
hat hervorgehoben, dass jede bewusste Beeinflussung durch die Antike bei 
Luca wegfällt; gewiss, aber, wie Reymond wol mit Recht erwidert, nicht 
jede unbewusste, und er rechnet vorab dahin, dass bei ihm (wie bei dieser 
1 Ucberaus dankenswerth ist die von der 
Direction des Museo Nazionale im Bargello 
vorgenommene Vereinigung einer möglichst 
grossen Anzahl von Werken der Robbia, 
welche jetzt einen willkommenen Ueberblick 
gewährt.
        

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