Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit: Renaissance und Neuzeit
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1894535
italienische 
Frühmnzmissancc. 
Jahre 1510) l. Dieselbe sinnige Empfindung bewundert man in den Darstellungen 
der Pieta (Berlin, Bergamo, Rimini, Galerie Poldi, Museo Correr, besonders im 
Brera Nr. 284, Fig. 67), weniger in den Verklarungen Christi im Museo Correr 
und in Neapel, wo indessen die herrliche Landschaft entschädigt. Mit ganz be- 
sonderer Neigung hat dann der Meister die sogen. Santa Conversazione gepflegt, 
d. h. die heilige Jungfrau umgeben von Heiligen, oft der eigenen ,Sippe'. Leider 
ist hier das Hauptwerk Giovannfs, die Madonna mit Heiligen in S. Giovanni 
e Paolo in Venedig bei dem Brande von 1867 zu Grunde gegangen. Doch gibt 
die herrliche Tafel aus S. Giobbe (Akademie zu Venedig), nach Sansovino des 
Meisters erstes Oelbild, eine Vorstellung seiner Leistungen auf diesem Gebiet, 
wie die Werke in S. lllrancesco zu Pesaro, S. Pietro in Murano (1488), vor allem 
S. Zacearia in Venedig (1505, mit dem berühmten Inusicirenden Engel!) ihn 
auf der Höhe seiner Schaffungsfreude im Altarwerk zeigen. Anderseits hat 
Giovaxini Bellini auch das Eingehen auf die allegorisch-mythologischeil Sujets 
nicht verschmäht, wie die ehemalige Decoration einer Truhe in der Akademie 
zu Venedig mit ihren anmuthigen Knaben zeigt 2. 
Gentile 
Bßllini, 
Predigt des hl. 
Marcus. 
Brora zu Mailand. 
Hochbetagt hat dieser gottbegnadete, tief poetische und von ehrlicher, 
treuer Andacht getragene Meister den Besuch unseres grössten deutschen 
Künstlers empfangen, der ihn zwar ,sehr alt, aber noch immer den Besten in 
der Maleref fand (Brief Dürers von 1506, 7. Februar). 
Aus der Schule dieser Bellini ging eine Generation von Künstlern hervor, 
Welche sich vor allem die Ausbildung des Celorits, die Schilderung der Land- 
schaft, der reichen venezianischen Architektur, die Darstellung des in den 
grossen Verhältnissen der Republik ausgebildeten, breiten und freien Charakters 
seiner Staatsmänner, Feldherren, Bürger angelegen sein lassen. Die selige 
Stimmung, die in den guten Tagen des Freistaats über seiner lange Zeit doch 
' Mit der thronenden Madonna Nr. 372, 
welche das schlafende Kind anbetet, hat ein 
in meinem Besitz befindliches Tafelbild engste 
Verwandtschaft; ich wage es in Anbetracht 
seiner Verwandtschaft mit desselben Meisters 
Bild in der Akademie zu Venedig Nr. 591 
(früher 372) als einen Giovanni Beilini an- 
zusprechen; Bodc denkt mehr an die 'l'erra 
ferma. (Padua), Thode an Mailand. Ich gebe 
es hier zum erstenmal in photographischer 
Nachbildung (Fig. 68). 
2 Abbildung bei MÜNTZ Ren. II 771.
        

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