Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit: Renaissance und Neuzeit
Person:
Kraus, Franz Xaver
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1892262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1894520
Zweiundzwzmnzigstes 
Die 
Bollini 
weiss er in seiner Madonna mit dem Kind im Brera (Nr. 193) und der grossen 
Krönung der Jungfrau in der Sammlung Oggiono (1498) auch lieblichere Aceorde 
anzuschlagen, wie ihm anderseits der Ausdruck des Schmerzes in seiner viel 
bewunderten Pieta (auf der Lunette der letztgenannten Krönung; Fig. 65) 
im höchsten Grade gelingen musste. 
Das Auftreten Antonello's von Messina (1444-1498) und die Ein- 
führung der Oelfarbentechnik brachte Venedig neue Anstösse, die für die 
ganze Zukunft seiner Schule entscheidend waren. Das Element der Farbe, 
diesem Volke so congenial und selbstverständlich, hatte jetzt sein Ausdrucks- 
mittel gefunden. Jetzt konnten die Bellini die Führung der Schule mit 
Erfolg übernehmen. J aco po Bellini, der den Ruhm dieser Künstlerfamilie 
begründete (ca. 1400_1471), hatte bei Gentile da. Fabriano 1421 gearbeitet, 
diesen nach Florenz begleitet und sich dann nach Padua gewandt, wo Man- 
tegna der Gatte seiner Tochter wurde. Sein Hauptwerk, die Kreuzigung (Fresse) 
im Dom, vom Jahre 1436, ist 1759 zerstört worden, doch besitzen wir ausser 
seinem köstlichen Skizzenbuch (British Museum) den grossen Crucifixus in 
Crivelli, 
Beweinung Christi. 
Brera zu Mailand. 
Alinari.) 
der Pinakothek zu Verona und ein kleines Madonnenbild in der Venezianer 
Akademie (Nr. 583). Seine Söhne konnten von der neuen Erfindung der 0el- 
malerei vollen Gewinn ziehen. Gentile Bellini (ca. 1426-1507), der 1480 
nach Constantinopel gesandt wurde, um den Sultan Mohammed II zu porträ- 
tiren, malte mit seinem Bruder und andern Genossen die jetzt zerstörten 
grossen Bilder aus der Geschichte der Republik im Dogenpalast; geblieben 
sind von ihm eine Anzahl anderer grosser Geschichtsbilder in der Akademie 
zu Venedig (Wunder der Reliquie, vor 1404; Procession auf dem Marcusplatz, 
1496; Wiederaufiindung des Kreuzes im Canal, 1500) und im Brera (Nr. 168: 
Predigt des hl. Marcus, Fig. 66). Bedeutender noch als dieser durch seine 
ügurenreichen und mit packender Wirklichkeit in der Wiedergabe der Indivi- 
dualitäten hervorragende Meister ist sein Bruder Giovanni Bellini (ca. 
1428-1516), der ihn an Tiefe der Empfindung und poetischer Begabung 
übertrifft, Eigenschaften, die sich besonders in seinen melancholischen 
Madonnenbildern auspragen, deren Typ zu den seelenvollsten Auffassungen 
des Sujets zu zählen ist (Madonna di S. Maria dell' Orto, Akademie zu Ve- 
nedig Nr. 220; ebenda Nr. 94. 101. 813. 372; London, Nat.-Mus.; Berlin, vom
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.